Die F5 Networks Aktie kletterte im nachbörslichen Handel am 27. Januar 2026 um 1,11% auf 269,50 Dollar. Der Auslöser? Quartalszahlen, die selbst optimistische Erwartungen in den Schatten stellten. Mit einem Gewinn je Aktie von 4,45 Dollar übertrumpfte der Netzwerkspezialist die Analystenschätzungen von 3,65 Dollar deutlich – ein Plus von fast 22%. Beim Umsatz sah es kaum anders aus: 822 Millionen Dollar standen den erwarteten 756 Millionen gegenüber.
Doch was steckt hinter diesem beeindruckenden Zahlenwerk? Und kann F5 Networks dieses Tempo halten?
Systemgeschäft explodiert – Software schwächelt
Das Herzstück des Erfolgs lag im Systemgeschäft, das im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um satte 37% auf 218 Millionen Dollar zulegte. Das Produktgeschäft insgesamt wuchs um 11% auf 410 Millionen Dollar – bereits das sechste Quartal in Folge mit zweistelligen Wachstumsraten.
Die Kehrseite der Medaille: Der Software-Umsatz rutschte um 8% auf 192 Millionen Dollar ab. Immerhin stammen 86% dieser Software-Erlöse aus Abonnements, was für planbare Einnahmen sorgt. Dennoch – hier besteht Handlungsbedarf.
Europa als Wachstumslokomotive
Regional betrachtet entwickelte sich EMEA zum absoluten Zugpferd. Mit einem Plus von 24% gegenüber dem Vorjahr steuerte die Region mittlerweile 31% zum Gesamtumsatz bei. CEO François Locoh-Donou machte Regulierungsanforderungen wie NIS2, GDPR und DORA dafür verantwortlich – sie treiben Unternehmen in Richtung Hybrid-Cloud-Lösungen.
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Die Americas hingegen legten lediglich um 2% zu und repräsentieren 53% der Erlöse. Asien-Pazifik verzeichnete sogar einen Rückgang um 1%.
Analystenchor wird lauter
RBC Capital zeigte sich beeindruckt und hob das Kursziel von 325 auf 345 Dollar an. Die Investmentbank betonte, dass ein Sicherheitsvorfall im Oktober 2025 praktisch keine Auswirkungen auf die Geschäftszahlen hatte. Die Begründung für das erhöhte Kursziel? F5 profitiere von der Hybrid-Cloud-Adoption, einem Modernisierungszyklus und der beschleunigten Einführung von Unternehmens-KI.
Auch Piper Sandler schraubte sein Kursziel auf 325 Dollar hoch, Evercore ISI auf 320 Dollar. Die Botschaft ist eindeutig: Die Analysten sehen weiteres Potenzial – sowohl durch höhere Gewinnschätzungen als auch durch eine Neubewertung der Aktie.
Prognoseanhebung überrascht positiv
F5 Networks reagierte auf die starke Performance mit einer deutlichen Anhebung der Jahresprognose. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management nun ein Umsatzwachstum von 5-6%, zuvor waren nur 0-4% angekündigt. Beim Gewinn je Aktie rechnet F5 mit 15,65 bis 16,05 Dollar statt der bisherigen 14,50 bis 15,50 Dollar.
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Für das zweite Quartal peilt das Unternehmen Erlöse zwischen 770 und 790 Millionen Dollar an, bei einem Gewinn je Aktie von 3,34 bis 3,46 Dollar.
Drei Megatrends im Fokus
Locoh-Donou identifizierte drei technologische Entwicklungen als Wachstumstreiber: Erstens die zunehmende Verbreitung von Hybrid-Cloud-Umgebungen, die Flexibilität ohne Vendor-Lock-in ermöglichen. Zweitens die KI-Transformation in Unternehmen, die völlig neue Anforderungen an Datenverarbeitung und Sicherheit stellt. Drittens der Trend zu konsolidierten Plattformen, die fragmentierte Einzellösungen ablösen.
Die operative Marge verbesserte sich um 80 Basispunkte auf 38,2%, was zu einem Anstieg des Gewinns je Aktie um 16% führte. Im ersten Quartal kaufte F5 eigene Aktien im Wert von 300 Millionen Dollar zurück – das entspricht 201% des freien Cashflows des Quartals.
Schatten am Horizont
Trotz der positiven Zahlen bleibt die Software-Schwäche ein Fragezeichen. Zwar rechnet F5 für das Gesamtjahr mit einem mittleren einstelligen Wachstum in diesem Segment, doch die Entwicklung muss genau beobachtet werden. Hinzu kommen potenzielle Lieferkettenrisiken, zunehmender Wettbewerb im KI- und Cloud-Bereich sowie makroökonomische Unsicherheiten.
Der Sicherheitsvorfall vom Oktober 2025 scheint verdaut – das Unternehmen investiert verstärkt in Automatisierung und Produktsicherheit. Mit einer Aktie, die bei 269,50 Dollar notiert und Analysten, die Kursziele bis 345 Dollar sehen, stellt sich die Frage: Ist hier noch Luft nach oben oder sind die positiven Erwartungen bereits eingepreist?
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