Nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Tage zeigt sich die Aktie von Fermi zur Wochenmitte stabilisiert. Das Unternehmen hatte zuvor mit der Ankündigung einer aufgestockten Wandelanleihe für erhebliche Unruhe am Markt gesorgt. Neben der drohenden Verwässerung belastet vor allem ein interner Konflikt in der Führungsetage das Vertrauen der Investoren in den US-amerikanischen Wert.

Kapitalmaßnahme sorgt für Verwässerungssorgen

Fermi hat die Ausgabe einer Wandelanleihe im Gesamtwert von 431,25 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Das Papier ist mit einem Zinssatz von 5 Prozent ausgestattet und weist eine Laufzeit bis zum Jahr 2031 auf. Während solche Finanzierungsinstrumente frisches Kapital für das künftige Wachstum liefern, reagierten Marktteilnehmer besorgt auf die damit verbundenen Verwässerungseffekte für bestehende Aktionäre.

Besonders kritisch wurde in Investorenkreisen aufgenommen, dass das Board des Unternehmens offenbar nicht vorab über die Details und den Umfang der Anleihe informiert worden war. Dieser Mangel an interner Kommunikation löste eine Debatte über die Governance-Strukturen bei Fermi aus. Medienberichten zufolge führten diese Unstimmigkeiten bereits Ende Juli zu einem deutlichen Kurseinbruch, von dem sich das Papier erst langsam wieder erholt.

Analysten senken den Daumen

Die Reaktion der Experten auf die jüngsten Entwicklungen ließ nicht lange auf sich warten. Die Analysten von Mizuho korrigierten ihre Einschätzung drastisch nach unten und senkten das Kursziel für die Aktie von zuvor 27 US-Dollar auf nun 11 US-Dollar. Dabei nannten die Marktbeobachter sowohl die finanzielle Verwässerung als auch die bestehenden Unsicherheiten in der Unternehmensführung als Hauptgründe für diesen Schritt.

In einer detaillierten Analyse skizzierte das Haus zudem verschiedene Szenarien für den weiteren Kursverlauf. Während im optimistischen Fall („Bull Case“) ein Erreichen der Marke von 17 US-Dollar für möglich gehalten wird, taxieren die Experten das Risiko im negativen Fall („Bear Case“) auf bis zu 4 US-Dollar. Damit spiegelt die Einschätzung die hohe Unsicherheit wider, die das Papier derzeit umgibt.

Marktdaten und Ende des Proxy-Kampfes

Trotz der fundamentalen Belastungsfaktoren verzeichnete das Papier am heutigen Mittwoch eine leichte Erholung. Im deutschen Handel kletterte der Kurs um 2,80 Prozent auf 5,50 Euro. Dennoch bleibt die Bilanz der vergangenen Monate ernüchternd. Seit Beginn des Jahres hat die Aktie bereits 14,86 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das im Oktober 2025 bei 27,60 Euro erreicht wurde, verdeutlicht mit einem Minus von über 80 Prozent die Schwere der vorangegangenen Korrektur.

Ein Lichtblick für die künftige Struktur könnte das Ende eines monatelangen Machtkampfes sein. Der ehemalige CEO Toby Neugebauer hat seinen sogenannten Proxy-Kampf gegen die aktuelle Führung des Unternehmens beendet. Marktbeobachter werten dies als Signal für eine mögliche Konsolidierung der internen Machtverhältnisse. Dies könnte dem Konzern die nötige Ruhe verschaffen, um sich wieder verstärkt auf das operative Geschäft zu konzentrieren.