Fermi Aktie: Totalchaos nach IPO!

Der Energie- und KI-Infrastrukturkonzern Fermi stürzt nach seinem IPO ab. Der Ausstieg eines Schlüsselkunden brach das Finanzierungsmodell, nun folgen Anlegerklagen wegen Betrugsvorwürfen.

Fermi Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktienkurs nach Börsengang um fast 60 Prozent gefallen
  • Finanzierung für Flaggschiffprojekt nach Kundenausstieg kollabiert
  • Anwaltskanzleien erheben Vorwürfe systematischer Täuschung
  • Frist für Sammelklage-Beitritt endet im März 2026

Der Börsengang von Fermi Inc. im Oktober 2025 entwickelt sich zum Albtraum für Investoren. Die Aktie des Energie- und KI-Infrastrukturunternehmens ist von ihrem IPO-Preis bei 21 US-Dollar um dramatische 59 Prozent auf nur noch 8,59 US-Dollar abgestürzt. Nun haben Anwaltskanzleien Sammelklagen eingereicht – der Vorwurf: Anlagebetrug.

Was ist beim IPO schiefgelaufen?

Am 1. Oktober 2025 platzierte Fermi rund 32,5 Millionen Aktien zu je 21 US-Dollar am Markt. Im Prospekt präsentierte sich das Unternehmen als Vorreiter für KI-Rechenzentren mit eigener Energieversorgung. Das Flaggschiffprojekt „Project Matador“ sollte der erste Campus seiner Art werden – eine großangelegte nukleare Anlage zur Stromversorgung von KI-Workloads.

Als Zugpferd diente ein „First Tenant“ mit Investment-Grade-Rating. Dieser hatte laut IPO-Unterlagen am 19. September 2025 eine Absichtserklärung für einen Triple-Net-Mietvertrag über 20 Jahre unterzeichnet. Im November 2025 folgte die nächste Erfolgsmeldung: Der Hauptmieter verpflichtete sich über ein „Advance in Aid of Construction Agreement“, bis zu 150 Millionen US-Dollar für die Baukosten vorzustrecken.

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Der Schock vom 12. Dezember

Dann kam der 11. Dezember 2025. An diesem Tag kündigte der First Tenant das 150-Millionen-Dollar-Abkommen – und damit brach das Finanzierungsmodell für Project Matador zusammen. Die Exklusivitätsfrist der Absichtserklärung war abgelaufen. Am nächsten Tag gab Fermi die Nachricht bekannt.

Die Reaktion der Anleger fiel brutal aus: Die Aktie stürzte um 33 Prozent von 15,25 auf 10,09 US-Dollar ab. Fermi versuchte zu beschwichtigen und sprach von laufenden Verhandlungen mit dem First Tenant sowie Gesprächen mit anderen potenziellen Mietern. Doch die Bären hatten längst übernommen.

Vorwurf: Systematische Täuschung?

Die eingereichten Klagen werfen Fermi und seinen Führungskräften schwere Vorwürfe vor. Der Kernvorwurf lautet: Das Unternehmen habe die Nachfrage nach Project Matador systematisch überzeichnet. Zudem sei verschleiert worden, wie stark die Projektfinanzierung von einem einzigen Mieter abhängig war – und dass ein hohes Risiko bestand, dass dieser seine Zusage zurückzieht.

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Die Frist für Anleger, sich als „Lead Plaintiff“ für die Sammelklage zu bewerben, endet am 6. März 2026. Die Klage mit der Bezeichnung „Lupia v. Fermi Inc., No. 26-cv-00050“ wurde beim U.S. District Court for the Southern District of New York eingereicht. Sie richtet sich gegen Fermi, mehrere Top-Manager und Vorstandsmitglieder sowie die Banken, die das IPO begleitet haben.

Was bedeutet das für Aktionäre?

Für Investoren, die zum IPO-Preis eingestiegen sind, steht ein Verlust von fast 60 Prozent zu Buche. Wer zwischen dem 1. Oktober und dem 11. Dezember 2025 Fermi-Aktien erworben hat, kann sich der Sammelklage anschließen. Die Kanzleien Robbins Geller Rudman & Dowd LLP, Faruqi & Faruqi LLP und Bleichmar Fonti & Auld LLP haben bereits Verfahren initiiert.

Der Fall zeigt einmal mehr: Bei Börsengängen ist Vorsicht geboten – besonders wenn das Geschäftsmodell auf einem einzigen Großkunden aufbaut.

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Über Dieter Jaworski 1182 Artikel

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Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

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