Firefly Aerospace hat im zweiten Quartal 2026 erstmals in der Unternehmensgeschichte die Umsatzschwelle von 100 Millionen US-Dollar überschritten. Mit einem gemeldeten Erlös von 117,7 Millionen US-Dollar steigerte das Raumfahrtunternehmen sein Geschäftsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 659 Prozent.

Trotz eines gestiegenen Nettoverlusts konnte der Konzern die Erwartungen der Analysten beim Ergebnis je Aktie übertreffen und den Auftragsbestand massiv ausbauen.

Starkes Wachstum bei Umsatz und Auftragslage

Der Umsatzsprung auf 117,7 Millionen US-Dollar im abgelaufenen Quartal bedeutet eine Steigerung von 45,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026. Das Unternehmen verzeichnete zwar einen Nettoverlust von 92,3 Millionen US-Dollar, nachdem dieser im Vorjahr noch bei 63,8 Millionen US-Dollar gelegen hatte, schlug jedoch beim Ergebnis je Aktie mit -0,42 US-Dollar die Konsensschätzung der Analysten um 0,11 US-Dollar.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Auftragsbestand, der auf 1,5 Milliarden US-Dollar angewachsen ist. Wesentlich hierfür war die Erweiterung eines bestehenden Vertrags mit Lockheed Martin, der nun bis zu 25 Starts der Alpha-Rakete bis zum Jahr 2031 vorsieht. Parallel dazu konnte sich das Unternehmen mehrere Regierungsaufträge sichern.

Dazu gehört eine Vereinbarung über 93,7 Millionen US-Dollar für die Modernisierung von Radarsystemen durch die Tochter SciTec sowie neue Verträge mit der NASA. Darunter befindet sich die Mars-Mission „SkyFall“ mit einem Volumen von 13 Millionen US-Dollar für die Entwicklung eines Hitzeschilds.

Produktionshoch trifft auf Startverzögerungen

CEO Jason Kim betonte die historisch hohe Nachfrage nach Startkapazitäten, während die Produktion am Standort im texanischen Austin auf Rekordniveau laufe. Dennoch steht das Unternehmen vor operativen Herausforderungen: Die Startfrequenz hinkt der Fertigungsrate derzeit hinterher. Seit September 2021 wurden insgesamt sieben Alpha-Raketen gestartet, der letzte Flug fand im März dieses Jahres statt.

Das Debüt der verbesserten Version Alpha Block 2 wurde nun auf das vierte Quartal 2026 verschoben. Für die letzten drei Monate des Jahres plant Firefly insgesamt zwei Starts. Trotz dieser zeitlichen Anpassungen bestätigte das Management die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026, die zwischen 420 und 450 Millionen US-Dollar liegt.

Davon seien laut Unternehmensangaben bereits 95 Prozent fest gebucht. Die Liquidität des Konzerns belief sich zum Ende des Quartals auf 940,3 Millionen US-Dollar, was durch eine Nettokapitalerhöhung von 181,6 Millionen US-Dollar gestützt wurde.

Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Anleger reagierten am heutigen Mittwoch verhalten auf die Nachrichten; im laufenden Handel notiert die Aktie bei 22,78 Euro und verzeichnet damit ein Minus von 0,8 Prozent. Das Papier bleibt deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 56,50 Euro, das im Mai erreicht worden war.

Die Analysten von Cantor Fitzgerald bekräftigten nach Vorlage der Zahlen ihre Einstufung mit „Overweight“ und riefen ein Kursziel von 35 US-Dollar auf. Sie verwiesen dabei auf den starken Umsatz und den robusten Auftragsbestand, mahnten jedoch auch den hohen Cash-Burn und die laufenden Nettoverluste an.

Das Analysehaus Roth Capital senkte das Kursziel leicht von zuvor höheren Niveaus auf 45 US-Dollar, behielt die Kaufempfehlung jedoch bei. Für das kommende Jahr 2027 richtet sich der Fokus auf den Erstflug der Eclipse-Plattform sowie weitere Tests des Miranda-Triebwerks, das bereits erfolgreich einen Brenntest über 226 Sekunden absolvierte.