First Majestic Silver hat gestern im Umfeld einer breiteren Edelmetall-Erholung 5,6% gewonnen. Medienberichten zufolge legten Gold und Silber zu, während auch Minenaktien und Silberminenfonds anzogen. Damit passt die Kursbewegung zum freundlicheren Branchenumfeld. Für die unternehmensspezifische Einordnung bleiben jedoch die gesunkene Förderung und die anstehenden Finanzergebnisse entscheidend.
Branchenrückenwind trifft auf schwächere Förderung
Die Erholung der Edelmetalle liefert einen plausiblen Rahmen für das Kursplus, aber keinen Beleg für einen konkreten unternehmenseigenen Auslöser. Für Anleger ist diese Trennung wichtig: Eine freundlichere Marktstimmung beantwortet noch nicht die Frage, wie stark die Produktionsprobleme das Geschäftsergebnis belastet haben.
First Majestic meldete für das dritte Quartal 2026 eine Silberproduktion von 3.440.447 Unzen. Das entsprach einem Rückgang um 11% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Als Hauptursache für die niedrigere Produktion nannte das Unternehmen den Arbeitskonflikt bei San Dimas. Der operative Rückgang hat damit einen konkret benannten Hintergrund. Aus der jüngsten Kurserholung lässt sich allerdings keine Aussage über eine Verbesserung des Minenbetriebs ableiten.
Die Goldproduktion sank im selben Quartal um 17% auf 29.552 Unzen. Der Arbeitskonflikt beeinträchtigte den Betrieb für 12 Tage.
Finanzergebnisse als nächster Prüfstein
Die Förderzahlen beschreiben zunächst die operative Entwicklung, nicht deren vollständige finanzielle Folgen. Genau hier liegt der nächste wichtige Prüfstein: First Majestic hat die Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 sowie die zugehörige Telefonkonferenz für den 5. November 2026 angesetzt.
Bis dahin stehen der positiven Branchenbewegung die bereits gemeldeten Produktionsrückgänge gegenüber. Das Tagesplus ist deshalb nicht mit einer bestätigten operativen Trendwende gleichzusetzen.
Rückkauf und Steuerstreit bleiben relevant
Daneben hat First Majestic sein Aktienrückkaufprogramm erneuert. Es erlaubt den Erwerb von bis zu 10.000.000 Stammaktien zwischen dem 14. Oktober 2026 und dem 13. Oktober 2027. Zurückgekaufte Aktien sollen eingezogen werden.
Die Ermächtigung eröffnet dem Unternehmen Handlungsspielraum. Sie ist jedoch nicht mit bereits ausgeführten Käufen gleichzusetzen.
Beim Steuerstreit mit Mexiko vereinbarte First Majestic am 13. Oktober einen Vergleichsrahmen und setzte das NAFTA-Schiedsverfahren vorübergehend aus. Das ist ein Verfahrensfortschritt, aber kein abgeschlossener Vergleich. Für die Einordnung des Kursanstiegs bleiben somit drei Ebenen zu unterscheiden: der Rückenwind durch Edelmetalle, die schwächere Förderung und die noch ausstehenden Finanzergebnisse.
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