Die Aktie von First Phosphate legte am vergangenen Freitag um 10 Prozent zu und schloss bei 1,33 Euro. Einen konkreten Auslöser für diesen Kurssprung nannten Marktbeobachter nicht. Das Management des kanadischen Unternehmens nutzte jedoch die zurückliegenden Tage, um vor Investoren den aktuellen Stand der geplanten LFP-Wertschöpfungskette in der Provinz Québec darzulegen.

Hohe Förderzusagen für das Investitionsprogramm

Im Mittelpunkt der Unternehmenspräsentationen stand die Finanzierungsstruktur für den Aufbau der Batterie-Lieferkette. Nach Angaben der Unternehmensführung liegen staatlich abgesicherte Finanzierungszusagen in Höhe von 400 Millionen CAD vor. Dem steht ein gesamter Kapitalbedarf von 475 Millionen CAD gegenüber.

Neben den finanziellen Zusagen thematisierte das Management Abnahmevereinbarungen sowie die strategische Ausrichtung von der Mine bis zum fertigen Batteriematerial. First Phosphate strebt an, die gesamte Kette zur Produktion von Lithium-Eisenphosphat-Kathodenmaterial (LFP) in Nordamerika abzubilden. Trotz der deutlichen Kursbewegung bleibt die Aktie mit einem Abschlag von 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Ende August markiert worden war.

Projektzeitplan und offene Infrastrukturfragen

Für das Vorzeigeprojekt Bégin-Lamarche peilt das Unternehmen den Abschluss der Machbarkeitsstudie für das erste Quartal 2027 an, während frühere Schätzungen teils das Jahresende 2026 nannten. Eine endgültige Investitionsentscheidung soll nach aktuellen Plänen Ende 2027 oder Anfang 2028 fallen. Der Beginn der kommerziellen Produktion ist für Ende 2029 oder das Jahr 2030 vorgesehen.

Parallel zu den bergbaulichen Planungen stehen jedoch verarbeitungsrelevante Weichenstellungen aus. Medienberichten zufolge wartet das Unternehmen für die geplante Phosphorsäure-Aufbereitungsanlage am Hafen von Saguenay weiterhin auf eine verbindliche Stromzuteilung.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregte in der Region die politische Entwicklung rund um die regierende CAQ, deren jüngste Rückschläge die Rahmenbedingungen für Energie- und Industrieprojekte in der Provinz beeinflussen könnten.

Fahrplan verlangt Geduld

Mit den vorgestellten Eckdaten zeichnet First Phosphate einen mehrjährigen Entwicklungsweg vor. Die hohe Abdeckung des Kapitalplans durch staatlich gestützte Zusagen bietet dem Projekt eine solide Basis, doch die Realisierung hängt an behördlichen Genehmigungen und der gesicherten Energieversorgung.

Für Anleger bedeutet der ambitionierte Zeitplan vor allem eines: Bis zur finalen Investitionsentscheidung und dem anvisierten Produktionsstart gegen Ende des Jahrzehnts bleibt die Entwicklung maßgeblich von den kommenden Machbarkeitsdaten und behördlichen Zuteilungen abhängig.