Ein Kurssturz von 70 Prozent binnen zwölf Monaten und ein plötzlicher Chefwechsel. Beim Finanzdienstleister Fiserv brennt es an mehreren Fronten. Jetzt leitet das Management drastische Gegenmaßnahmen ein.
Milliardenumbau unter Druck
Das Unternehmen baut seine Kapitalstruktur massiv um. Fiserv will ausstehende Schulden im Wert von bis zu 2,75 Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Zur Finanzierung gibt der Konzern neue Euro-Anleihen heraus. Diese spülen rund eine Milliarde Euro in die Kasse.
Der Druck von außen wächst parallel dazu. Der aktivistische Investor Jana Partners fordert einen Umbau des Verwaltungsrats. Er verlangt außerdem den Verkauf von Unternehmensteilen. Das Ziel: verborgene Werte heben.
Neuer Chef, kaufende Insider
Der Umbau fällt mit einem überraschenden Führungswechsel zusammen. Ex-CEO Mike Lyons verließ das Unternehmen kürzlich in Richtung Truist Financial. Die Börse reagierte prompt. Der Aktienkurs brach daraufhin um elf Prozent ein.
Sein Nachfolger ist Takis Georgakopoulos. Er baute zuvor bei JPMorgan das globale Zahlungsverkehrsgeschäft auf. Die Führungsebene demonstriert nun Zuversicht. Mehrere Insider kauften am Donnerstag eigene Aktien.
Verwaltungschef Adam Rosman investierte gut 500.000 US-Dollar. Direktor Gordon Nixon erwarb 7.500 Papiere. Auch die Direktoren Charlotte Yarkoni und Harry DiSimone griffen zu.
Zahlenwerk und Ausblick
An der Börse spiegeln sich diese Bemühungen noch kaum wider. Die Aktie notiert aktuell bei 42,10 Euro. Damit liegt sie fast 72 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom vergangenen Juli. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 25 Prozent auf der Kurstafel.
Operativ zeigt sich Fiserv robuster. Im ersten Quartal übertraf der bereinigte Gewinn je Aktie die Erwartungen. Er lag bei 1,79 US-Dollar. Der Umsatz verfehlte die Prognosen hingegen leicht.
Für das laufende Jahr bleibt der Vorstand auf Kurs. Das Management bestätigt die Gewinnprognose von 8,00 bis 8,30 US-Dollar je Aktie. Analysten raten mehrheitlich zum Halten der Papiere. Der neue CEO muss nun das schwächelnde Händler- und Finanzgeschäft stabilisieren.
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