Der Spezialist für Energiespeichersysteme Fluence Energy hat seine Geschäftsziele für das laufende Fiskaljahr 2026 deutlich nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen am vergangenen Mittwoch bekannt gab, führen Verzögerungen bei der Projektauslieferung zu einer signifikanten Verschiebung von Umsätzen. Trotz dieser kurzfristigen operativen Hürden meldet der Konzern eine ungebrochene Dynamik im Neugeschäft, insbesondere durch den rasant wachsenden Sektor der KI-Rechenzentren.

Produktionsschwierigkeiten belasten Drittquartalszahlen

Hintergrund der gesenkten Prognose sind Probleme beim Hochlauf neuer Fertigungsstätten in den USA und auf internationaler Ebene. Diese Produktionsengpässe führten dazu, dass Projekte im Volumen von rund 400 Millionen US-Dollar nicht wie geplant realisiert werden konnten. In der Folge reduzierte Fluence Energy die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf eine Spanne von 2,9 Milliarden bis 3,1 Milliarden US-Dollar. Zuvor war das Management noch von Erlösen zwischen 3,2 Milliarden und 3,6 Milliarden US-Dollar ausgegangen.

Auch bei der Profitabilität muss das Unternehmen Abstriche machen. Das bereinigte EBITDA wird nun zwischen einem Verlust von 30 Millionen US-Dollar und einem Gewinn von 10 Millionen US-Dollar erwartet. Im dritten Fiskalquartal 2026, das am 30. Juni endete, wies Fluence Energy einen Umsatz von 649,8 Millionen US-Dollar aus und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück. Der Nettoverlust belief sich in diesem Zeitraum auf 32,8 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein kleiner Gewinn erzielt worden war.

Boom bei Rechenzentren sorgt für Rekord-Backlog

Trotz der bilanziellen Belastungen verzeichnet Fluence Energy einen historischen Höchststand bei den Auftragseingängen. Allein im dritten Quartal sicherte sich das Unternehmen neue Aufträge im Wert von 1,44 Milliarden US-Dollar. Damit wuchs der gesamte Auftragsbestand auf den Rekordwert von 6,4 Milliarden US-Dollar an. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das Geschäft mit Betreibern von Rechenzentren.

Bis Juli 2026 konnte Fluence in diesem Segment Abschlüsse im Gesamtvolumen von etwa 850 Millionen US-Dollar erzielen. Darunter befindet sich ein Großauftrag eines namentlich nicht genannten Hyperscalers über 550 Millionen US-Dollar. Zudem unterzeichnete das Unternehmen im dritten Quartal seinen ersten großen Vertrag für eine „Behind-the-Meter“-Lösung, bei der die Speichersysteme direkt am Standort des Energieverbrauchers installiert werden. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung von Energiespeichern für die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz.

Analysten reagieren auf den Ausblick

Die Kursentwicklung spiegelt die aktuelle Unsicherheit der Anleger wider. Am vergangenen Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 11,42 Euro, was einem Rückgang von 1,04 % gegenüber dem Vortag entspricht. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 33,02 % an Wert verloren. Damit notiert der Wert aktuell 59,65 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Februar bei 28,30 Euro markiert wurde.

Die Analysten von Morgan Stanley passten ihre Einschätzung am vergangenen Freitag an die neue Faktenlage an. Das Haus senkte das Kursziel für Fluence Energy von zuvor 16,00 US-Dollar auf 15,00 US-Dollar. Die Experten behielten ihre Einstufung auf „Equalweight“ bei und verwiesen zur Begründung auf die verfehlten Quartalszahlen sowie die reduzierte Prognose. Zur finanziellen Stabilität teilte Fluence Energy in einer Pflichtmitteilung mit, dass zum Quartalsende Ende Juni noch Kreditlinien in Höhe von 307 Millionen US-Dollar zur Verfügung standen.