Fresenius Medical Care hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als gedacht — und trotzdem ging es mit der Aktie nachbörslich bergab. Der Dialysespezialist übertraf sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Markterwartungen klar. Dass der Kurs nach Zahlenvorlage dennoch nachgab, zeigt: Anleger schauen genauer hin, als es die reinen Überschriften vermuten lassen.

Der Umsatz kletterte währungsbereinigt um 4 Prozent auf 4,861 Milliarden Euro, während Analysten im Schnitt nur mit 4,792 Milliarden gerechnet hatten. Beim bereinigten operativen Ergebnis fiel die Differenz noch größer aus: 569 Millionen Euro standen einem Konsens von 515 Millionen Euro gegenüber, ein Plus von 23 Prozent währungsbereinigt. Die bereinigte EBIT-Marge sprang von 9,9 auf 11,7 Prozent.

Care Delivery liefert, US-Geschäft bremst

Den größten Beitrag zur positiven Überraschung lieferte das Segment Care Delivery mit einem Umsatzplus von 5,5 Prozent CER — deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 3,9 Prozent. Noch stärker legte der Bereich Value-Based Care zu, mit einem Anstieg von 9 Prozent CER gegenüber einem Konsens, der sogar einen leichten Rückgang unterstellt hatte. Getrieben wurde dieses Segment von mehr Mitgliedermonaten und höheren Prämienraten.

Ein Wermutstropfen bleibt das US-Kerngeschäft: Das Wachstum bei gleichbleibenden Behandlungen („Same Market Treatment“) sank dort um 0,9 Prozentpunkte. Das Sparprogramm FME25+ trug im Quartal 67 Millionen Euro zur Marge bei, dem standen 42 Millionen Euro an Einmalkosten gegenüber. Bis Ende 2027 hält der Konzern an seinem Einsparziel von 1,2 Milliarden Euro fest, für 2026 werden 250 Millionen Euro Ersparnis bei 350 Millionen Euro Einmalkosten erwartet.

Ausblick bestätigt, Kurs reagiert verhalten

Für das Gesamtjahr 2026 bleibt FMC bei seiner bisherigen Prognose: Der Umsatz soll etwa auf Vorjahresniveau liegen, das operative Ergebnis bewegt sich in einer Spanne von plus/minus mittlerem einstelligem Prozentbereich. Die Nettoverschuldung blieb mit dem 2,6-Fachen des EBITDA stabil.

Am Montag schloss die Aktie noch vor Zahlenvorlage mit einem Plus von 0,92 Prozent bei 44,86 Euro. Nach Veröffentlichung der Ergebnisse am Abend gab der Titel im nachbörslichen Handel auf Tradegate um 1,5 Prozent nach. Die Reaktion deutet darauf hin, dass Anleger die Schwäche im US-Kerngeschäft stärker gewichten als den kräftigen Gewinnsprung bei Value-Based Care und Care Delivery.