Ein EBITDA-Sprung von 70 Prozent binnen eines Halbjahres ist selbst für einen Wachstumswert bemerkenswert. Friedrich Vorwerk hat am Mittwoch früh per Ad-hoc-Mitteilung genau das verkündet — und gleich die Jahresprognose nachgezogen. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel auf Tradegate mit einem Kurssprung von 4,65 Prozent auf 72,05 Euro.
Gewinn wächst schneller als der Umsatz
Der Pipeline- und Anlagenbauer für Gas-, Strom- und Wasserstoffinfrastruktur meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatzanstieg von 11 Prozent auf 337,3 Millionen Euro. Das EBITDA kletterte im gleichen Zeitraum auf 92,6 Millionen Euro, nach 54,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Produktionsleistung legte sogar um 35 Prozent auf 448,1 Millionen Euro zu — ein Hinweis darauf, dass Friedrich Vorwerk seine Projekte deutlich effizienter abarbeitet als noch vor zwölf Monaten.
Besonders auffällig: Der Nettofinanzmittelbestand stieg auf 212,0 Millionen Euro, nach 83,5 Millionen Euro zum Vergleichsstichtag im Vorjahr. Das Unternehmen wandelt damit einen ungewöhnlich hohen Anteil seines Gewinns tatsächlich in Barmittel um — ein Punkt, den auch Marktteilnehmer am Mittwoch positiv hervorhoben.
Auftragsbücher bleiben voll
Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr auf 321,2 Millionen Euro, verglichen mit 220,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand liegt zum 30. Juni 2026 bei rund 1,0 Milliarden Euro, inklusive der Arbeitsgemeinschaften sogar bei 1,45 Milliarden Euro. Das Niveau normalisiert sich zwar leicht gegenüber dem Vorjahresstichtag, bleibt aber hoch genug, um die Visibilität für die kommenden Quartale zu stützen.
Auf Basis dieser Entwicklung hebt der Vorstand die EBITDA-Prognose für 2026 auf eine Spanne von 180 bis 200 Millionen Euro an — zuvor waren 160 bis 180 Millionen Euro angepeilt. Die Umsatzprognose von 730 bis 780 Millionen Euro bleibt unverändert bestehen. Die Anhebung stützt sich damit ausschließlich auf die Profitabilität, nicht auf zusätzliches Wachstum beim Umsatz.
Den vollständigen Halbjahresfinanzbericht will das Unternehmen am 13. August 2026 veröffentlichen. Bis dahin dürfte der Markt die neuen Zielmarken vor allem daran messen, ob sich die hohe Cash Conversion aus dem ersten Halbjahr auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt.
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