Der Pipeline- und Anlagenbauer Friedrich Vorwerk eilt von Rekord zu Rekord und zieht seinen Großaktionär MBB mit nach oben. Nach einem überraschend ertragsstarken dritten Quartal haben beide Unternehmen ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2026 erneut nach oben geschraubt. An der Börse sorgte das am Mittwoch für deutliche Kursgewinne: Vorwerk-Aktien legten bis zum Mittag um gut elf Prozent zu, während die Papiere der Beteiligungsgesellschaft MBB um gut sieben Prozent anzogen.
Höhere Margen im Energieanlagenbau
Verantwortlich für die Zuversicht ist ein außergewöhnlich profitables Sommerquartal. Vorläufigen Berechnungen zufolge kletterte der Erlös von Friedrich Vorwerk im dritten Quartal um 13 Prozent auf 228,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs noch deutlich schneller: Es legte von 51,3 Millionen auf fast 81 Millionen Euro zu.
Der Konzern profitiert von Projekten rund um Energiewende und Netzausbau. Sinkende Materialkosten sowie die vermehrte Ausführung von Großprojekten in Arbeitsgemeinschaften mit Partnern trieben die Rendite an.
Vor diesem Hintergrund korrigierte das Management das Ziel für das Gesamtjahr nach oben. Für das operative Ergebnis peilt Friedrich Vorwerk nun 220 bis 230 Millionen Euro an, nachdem im Juli noch von 180 bis 200 Millionen Euro die Rede gewesen war. Die Umsatzerwartung steigt parallel auf 760 bis 790 Millionen Euro.
Muttergesellschaft MBB zieht mit
Die operative Stärke schlägt direkt auf die Muttergesellschaft durch. MBB hält trotz früherer Anteilsverkäufe gut 40 Prozent an Friedrich Vorwerk und konsolidiert das Unternehmen voll. Im dritten Quartal stieg die operative Marge der Beteiligungsgesellschaft um 5,1 Prozentpunkte auf 26,3 Prozent. MBB erwartet für das Gesamtjahr nun eine bereinigte operative Marge von 22 bis 24 Prozent des Umsatzes.
Allerdings mischen sich mahnende Stimmen unter den Jubel. Mehrere Marktbeobachter verweisen auf die Auftragslage, die spürbar an Dynamik verliert.
Mit knapp 1,25 Milliarden Euro lag der Auftragsbestand nach neun Monaten fast ein Fünftel unter dem Vorjahreswert. Im dritten Quartal sackte der Auftragseingang mit fast 130 Millionen Euro sogar um mehr als ein Drittel ab. Analysten von MWB Research und Jefferies merken an, dass diese Entwicklung die Nachhaltigkeit des aktuellen Ertragsniveaus infrage stellt. Demgegenüber sieht das Bankhaus Metzler bei anhaltend günstiger Witterung sogar weiteren Spielraum nach oben und hält an einem Kursziel von 120 Euro fest.
Klarheit über die detaillierte Kostenstruktur und die Auftragspipeline bringen die endgültigen Quartalszahlen, die beide Unternehmen am 12. November 2026 veröffentlichen.
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