Nach einer drastischen Dividendenkürzung weht der Investmentgesellschaft FS KKR Capital ein rauer Wind entgegen. Gleich mehrere US-Anwaltskanzleien prüfen derzeit mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze. Im Zentrum der Untersuchungen steht die Frage, ob Anleger rechtzeitig über die wachsenden Kreditrisiken im Portfolio des Unternehmens informiert wurden.

Ausfälle belasten die Bilanz

Ende Februar reduzierte das Management die vierteljährliche Ausschüttung von 0,70 auf 0,48 US-Dollar je Aktie. Verantwortlich für diesen Einschnitt waren laut Unternehmensangaben spezifische Herausforderungen bei einigen Anlagen. Konkret mussten Kredite im Wert von rund 440 Millionen US-Dollar – was etwa 3,4 Prozent der Gesamtvermögenswerte entspricht – als notleidend eingestuft werden. Diese sogenannte Non-Accrual-Klassifizierung bedeutet, dass FS KKR Capital erhebliche Zweifel hat, die ausstehenden Zinsen oder Tilgungen noch eintreiben zu können.

Anwälte nehmen Ermittlungen auf

Die späte Offenlegung dieser Ausfallrisiken rief umgehend Anlegerschützer auf den Plan. Seit Mitte März haben Kanzleien wie The Schall Law Firm, Pomerantz LLP und Portnoy Law Firm offizielle Untersuchungen eingeleitet. Sie prüfen, ob das Management im Vorfeld der Dividendenkürzung irreführende Aussagen zur finanziellen Gesundheit des Unternehmens gemacht hat. Die Verunsicherung der Investoren spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Am Freitag markierte das Papier bei 8,65 Euro exakt sein 52-Wochen-Tief, womit sich der Verlust seit Jahresbeginn auf über 32 Prozent summiert.

Die anstehenden Finanzzahlen für das erste Quartal 2026 rücken nun in den Fokus der Marktteilnehmer. Investoren achten bei dem kommenden Bericht primär auf die Stabilität des Nettoinventarwerts (NAV) sowie auf konkrete Maßnahmen des Managements, um die Verschuldungsquote zu senken und die Qualität der verbleibenden Vermögenswerte zu sichern.