Der Brennstoffzellenhersteller FuelCell Energy verzeichnet an den Finanzmärkten eine spürbare Belebung. Am heutigen Dienstag kündigte der Projektentwickler Fit Energy konkrete Pläne für ein Kraftwerks- und Rechenzentrumsprojekt im US-Bundesstaat Pennsylvania an, bei dem Anlagen von FuelCell Energy zum Einsatz kommen sollen. Im deutschen Handel klettert die Aktie des Unternehmens heute um 8,0 % auf 17,41 Euro.
Standortentwicklung in Newport Township
Das geplante Vorhaben sieht die Errichtung eines Technologie- und Rechenzentrums auf einem ehemaligen Bergbau- und Steinbruchareal in Newport Township im Luzerne County vor. Die zuständige Gemeinde erteilte die Genehmigung für die Zonennutzung beider Vorhaben im August 2026. Vor dem eigentlichen Baubeginn befinden sich die Ingenieurplanungen sowie weitere Genehmigungsverfahren im laufenden Prozess.
Für die Stromversorgung vor Ort sind Erdgas-Brennstoffzellen von FuelCell Energy vorgesehen. Diese erzeugen elektrische Energie elektrochemisch statt über Verbrennungsprozesse, wodurch die direkte Abhängigkeit des Rechenzentrums vom regionalen Stromnetz sinken soll. Fit Energy verhandelt parallel über eine Vereinbarung zu kommunalen Leistungen mit den örtlichen Behörden.
Vertragskosten und juristische Nachwehen
Die Zusammenarbeit beider Partner ist an den Kapitalmärkten jedoch nicht unumstritten. Die ursprüngliche Vereinbarung umfasst ein Gesamtvolumen von bis zu 380 Megawatt Leistung, beginnend mit einer ersten Tranche von 30 Megawatt. Bei der Vorlage der Quartalszahlen Fuelcell Energy vor rund einem Monat traten erhebliche Margenbelastungen zutage.
Für das dritte Quartal 2026 wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 45,3 Millionen US-Dollar sowie Belastungen von 17,0 Millionen US-Dollar für die Anfangsphase des Großprojekts aus, da Produkt- und Fertigungsgemeinkosten die Vertragspreise überstiegen.
Infolge dieser Kostenentwicklung reichten US-Kanzleien wie Pomerantz sowie die Rosen Law Firm Sammelklagen gegen FuelCell Energy und leitende Manager ein. Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, über die tatsächliche Produktionskapazität und die Kostenstruktur des Fit-Energy-Vertrags getäuscht zu haben. Als Frist für Anträge zur Ernennung eines federführenden Klägers gilt der 10. November 2026.
Aufstockung durch das Management
Trotz der rechtlichen Belastungen zeigt sich die Unternehmensführung investitionsbereit. Direktor Homer Livingston erwarb Mitte September ein Aktienpaket von 16.404 Papieren zu einem Durchschnittspreis von 15,05 US-Dollar.
Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel an der Börse ein Kursplus von 150 %, womit die Marktkapitalisierung auf 1,32 Milliarden Euro beziffert wird. Ob die operative Umsetzung in Pennsylvania die Kostensorgen dauerhaft dämpfen kann, hängt nun vom zügigen Abschluss der Genehmigungsverfahren ab.
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