Die Ära Funkwerk an der Börse geht endgültig zu Ende. Am Freitag lief die Frist für das öffentliche Rückkaufangebot ab. Wer jetzt noch Anteile hält, sitzt in einem Unternehmen fest, das die Transparenz des Kapitalmarkts nicht mehr will.

Das Management zieht einen harten Schlussstrich. Hohe Verwaltungskosten und strenge Pflichten passen nicht mehr zur aktuellen Strategie. Seit zwei Jahrzehnten hat Funkwerk den Kapitalmarkt nicht mehr zur Finanzierung genutzt. Auch für die Zukunft plant der Vorstand keine Kapitalmaßnahmen.

Rückzug nach Plan

Das Angebot richtete sich an die Minderheitsaktionäre. Funkwerk bot 32,80 Euro je Aktie für insgesamt knapp 9,5 Prozent des Grundkapitals. Dieser Schritt folgt auf das bereits beendete Listing im Münchener m:access und den Widerruf der Einbeziehung in den Freiverkehr.

Die Mehrheitsverhältnisse sind derweil zementiert. Die Hörmann Industries GmbH hält bereits rund 78 Prozent der Anteile. Für die verbliebenen Aktionäre wird es nun einsam. Die Liquidität im Handel dürfte nach diesem Schritt massiv einbrechen. Ein geregelter Ausstieg zum Festpreis ist nicht mehr möglich.

Fokus auf 5G und Zukäufe

Operativ präsentiert sich das Unternehmen hingegen stabil. Funkwerk profitiert von vollen Auftragsbüchern in der Sicherheits- und Kommunikationstechnik. Der Konzern treibt sein Wachstum durch gezielte Akquisitionen voran. Anfang 2026 übernahm das Unternehmen die Münchener GES Gesellschaft für Elektro- und Sicherheitstechnik.

Technologisch setzt Funkwerk alles auf eine Karte. Der Fokus liegt auf dem neuen 5G-Standard für den europäischen Bahnverkehr. Produkte für diese Migration sind bereits am Markt. Langfristige Rahmenverträge mit der Deutschen Bahn sichern die Auslastung bis ins Jahr 2031.

Ende April veröffentlicht der Konzern den vollständigen Geschäftsbericht für 2025. Dieser liefert konkrete Details zur Profitabilität und dem aktuellen Auftragsbestand. Im August folgt die ordentliche Hauptversammlung.