Gabler Group hat am Dienstag Halbjahreszahlen vorgelegt, die deutlich über den eigenen Erwartungen liegen. Der Umsatz erreichte 27,3 Millionen Euro und lag damit 12,9 Prozent über der ursprünglichen Prognose für das erste Halbjahr. Der Spezialist für maritime Verteidigungstechnologie profitierte zugleich von einem neuen Auftrag einer asiatischen Marine, der die Zahlenvorlage flankierte.

Der Auftrag betrifft die Lieferung einer neuen Generation sicherheitskritischer Komponenten für Auftriebsregelungssysteme – ein Kerngeschäftsfeld des Unternehmens, das seit seinem Börsengang im März als Anbieter für U-Boot-Ausfahrgeräte auftritt. Die Kombination aus starken Zahlen und dem neuen Auftrag ließ die Aktie am Mittwoch um 2,0 Prozent auf 40,20 Euro steigen.

Profitabilität und Auftragsbestand wachsen parallel

Neben dem Umsatzwachstum überzeugte vor allem die Ertragsseite: Das bereinigte EBIT summierte sich auf 6,8 Millionen Euro, was einer Marge von 21,3 Prozent entspricht. Für ein Unternehmen, das erst seit gut fünf Monaten börsennotiert ist, signalisiert das eine bereits belastbare operative Basis.

Der Auftragsbestand kletterte zum 30. Juni auf 390,4 Millionen Euro, nach 358,7 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Diese Visibilität dürfte für Anleger schwerer wiegen als der Halbjahresumsatz selbst, da sie die Umsatzbasis für mehrere kommende Jahre absichert.

Ein Wermutstropfen findet sich in der Bilanz: Der Netto-Cash-Bestand sank von 38 Millionen Euro im Vorquartal auf 33 Millionen Euro zum Halbjahresende. Das Management führt dies auf einen operativ bedingten Anstieg der Forderungen zurück, der aus dem hohen Umsatzvolumen im zweiten Quartal resultiert – ein Effekt, der bei wachsenden Auftragsvolumina nicht ungewöhnlich ist.

Ausblick bestätigt, mittelfristige Ziele bekräftigt

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Gabler Group seine Prognose: Der Konzernumsatz soll zwischen 69 und 71 Millionen Euro liegen, das bereinigte EBIT zwischen 17 und 19 Millionen Euro. Mittelfristig, innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre, peilt das Unternehmen einen organischen Konzernumsatz von mehr als 100 Millionen Euro an.

Untermauert wird dieses Wachstumsziel durch strategische Schritte auf der operativen Seite: Medienberichten zufolge konsolidiert Gabler Group Produktion und Entwicklung bei der Tochtergesellschaft SubCtech und baut zugleich Vertriebs- und Forschungsaktivitäten in den USA und Kanada aus. Diese geografische Erweiterung passt zu den Ambitionen, über die bestehende europäische und asiatische Kundenbasis hinaus zu wachsen.

Der Earnings Call zu den Zahlen fand am Dienstag mit CEO David Schirm und CSO Ole Johannsen statt, zu dem das Unternehmen Investoren und Analysten vorab eingeladen hatte.

Mit dem Kursplus vom Mittwoch bewegt sich die Aktie derzeit rund ein Viertel unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 52,80 Euro, das im März markiert wurde – ein Abstand, der angesichts der bestätigten Wachstumsstory und des gefüllten Auftragsbuchs Spielraum für eine weitere Erholung lässt.