Die Zahlen sind eindeutig: Ge Vernova profitiert vom Strombedarf der KI-Rechenzentren stärker als erwartet und hebt die Jahresziele erneut an. Parallel kündigt der Konzern einen Milliardenzukauf bei Hochspannungstechnik an.

Marge fast verdoppelt

Der Umsatz im dritten Quartal stieg um rund ein Viertel auf 12,6 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittliche Analystenerwartung. Noch auffälliger ist die Profitabilität. Die operative Marge sprang von 8,1 auf 15,4 Prozent, das operative Ergebnis erreichte 1,94 Milliarden Dollar.

Unter dem Strich verdreifachte sich der Überschuss nahezu auf knapp 1,3 Milliarden Dollar.

Finanzchef Ken Parks führt die bessere Marge auf vorteilhafte Preise, eine disziplinierte Auftragsannahme und das wachsende Servicegeschäft der Power-Sparte zurück, etwa rund um Gasturbinen. Vor allem in den USA stoßen Netze und Erzeugungskapazitäten regional an Grenzen, teils gibt es Baustopps für neue Rechenzentren. Produktionskapazitäten sind zum Teil auf Jahre ausgebucht.

Prognose angehoben, Trench Group übernommen

Für das Gesamtjahr peilt der Konzern nun Erlöse von 46,5 bis 47,5 Milliarden Dollar an. Die Spanne verschiebt sich am unteren wie am oberen Ende um je eine Milliarde. Die bereinigte Ebitda-Marge soll bei 13,5 bis 14,5 Prozent liegen, bisher waren es 12 bis 14 Prozent. Es ist bereits die zweite Anhebung in diesem Jahr.

Der Auftragsbestand lag Ende September bei 197 Milliarden Dollar. Konzernchef Scott Strazik erwartet, dass er im vierten Quartal die Marke von 200 Milliarden Dollar überschreitet, und das bei besseren Margen. Zudem rechnet er damit, 2026 mit vertraglich gesicherten Gasanlagen von mindestens 130 Gigawatt abzuschließen.

Ebenfalls am Mittwoch kündigte Ge Vernova die Übernahme der Trench Group für 9 Milliarden Dollar an. Damit will der Konzern sein Geschäft mit Hochspannungsausrüstung für Stromnetze ausbauen. Der Abschluss ist für spät im Jahr 2027 vorgesehen.

Börse greift zu

Vorbörslich deuteten sich an der NYSE Gewinne von gut zwei Prozent auf rund 916 Dollar an. Die Aktie würde damit an ihre jüngste Erholung anknüpfen, nachdem Anleger bei vielen KI-getriebenen Werten zuletzt immer wieder Gewinne mitgenommen hatten. Seit dem Börsendebüt der General-Electric-Abspaltung im Frühjahr 2024 hat sich der Kurs vervielfacht.

Der nächste Meilenstein ist klar markiert: Im vierten Quartal soll der Auftragsbestand die Marke von 200 Milliarden Dollar übersteigen. Der Abschluss der Trench-Übernahme ist erst für spät 2027 geplant.