General Electric Aktie: Erfolgreiche Halbzeitbilanz

Der Triebwerkshersteller meldet starke Jahreszahlen und einen optimistischen Ausblick, doch die Aktie verliert nach vorheriger Rallye und schrumpfenden Quartalsmargen.

General Electric Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz und Gewinn 2025 deutlich über Analystenerwartungen
  • Aktienkurs fällt trotz positiver Zahlen nach Gewinnmitnahmen
  • Rekordauslieferungen bei LEAP-Triebwerken im Jahr 2025
  • Optimistische Prognose für 2026 übertrifft Markterwartungen

Die Aktie von GE Aerospace verlor vorbörslich 3,69 Prozent auf 306,75 US-Dollar – und das, obwohl der Triebwerkshersteller am Donnerstag beeindruckende Zahlen für 2025 vorlegte. Der Konzern steigerte seinen Umsatz um 18 Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar, der Überschuss sprang um 31 Prozent auf 10 Milliarden Dollar. Besonders markant: Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 38 Prozent auf 6,37 Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.

Allein im vierten Quartal erreichte der Gewinn je Aktie 1,57 Dollar – ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Prognostiziert waren lediglich 1,43 Dollar. Auch beim Umsatz lag GE Aerospace mit 11,87 Milliarden Dollar klar über den Schätzungen von 11,2 Milliarden Dollar.

Warum dann der Kursrutsch?

Die Erklärung liegt in der Marktpsychologie: In den vergangenen zwölf Monaten hatte die Aktie bereits fast 70 Prozent zugelegt. Viele Anleger nutzten offenbar die Zahlenvorlage, um Gewinne mitzunehmen. Der freie Cashflow stieg zwar um 24 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar, doch die Gewinnmargen im vierten Quartal schrumpften um 90 Basispunkte auf 19,2 Prozent.

Verantwortlich dafür waren unter anderem gestiegene Auslieferungen des verlustreichen GE9X-Triebwerks für die Boeing 777X. CEO Larry Culp räumte ein, dass sich die Verluste bei diesem Programm 2026 verdoppeln werden – von rund 200 Millionen Dollar auf 400 Millionen Dollar.

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Rekordauslieferungen bei LEAP-Triebwerken

Trotz anhaltender Lieferkettenprobleme produzierte GE Aerospace 2025 so viele Triebwerke wie nie zuvor. Die Auslieferungen von LEAP-Motoren – entwickelt im Joint Venture CFM mit dem französischen Partner Safran – stiegen um 28 Prozent auf über 1.800 Einheiten. Diese Triebwerke sind die einzige Option für Boeings 737 MAX und eine von zwei Wahlmöglichkeiten für den Airbus A320neo.

Die internen Werkstattbesuche legten um 24 Prozent zu, der Ersatzteilverkauf kletterte um mehr als 25 Prozent. Besonders die LEAP-Wartungskapazitäten wurden massiv ausgebaut: Mit MTU Dallas kam 2025 ein sechster Premium-Wartungspartner hinzu. Rund 500 Millionen Dollar investiert GE in die Erweiterung der LEAP-Wartungsinfrastruktur – das Ziel ist eine Verdopplung der internen Kapazität.

Ausblick übertrifft Erwartungen

Für 2026 stellte Culp einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 7,10 und 7,40 Dollar in Aussicht – am Mittelpunkt ein Anstieg von 15 Prozent. Analysten hatten lediglich Werte am unteren Ende dieser Spanne erwartet. Der Betriebsgewinn soll auf 9,85 bis 10,25 Milliarden Dollar steigen, der freie Cashflow auf 8,0 bis 8,4 Milliarden Dollar.

Damit erreicht GE Aerospace das ursprünglich für 2028 gesetzte Ziel von 10 Milliarden Dollar Betriebsgewinn bereits zwei Jahre früher. Der Umsatz soll im niedrigen zweistelligen Bereich wachsen, getrieben von einem erwarteten Anstieg im mittleren Teenbereich bei kommerziellen Dienstleistungen.

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Preisdruck von den Airlines

Doch nicht alles läuft reibungslos. Willie Walsh, Generaldirektor des Luftverkehrsverbands IATA, kritisierte die Preissetzungsmacht der Triebwerkshersteller scharf. Lieferengpässe und lange Wartezeiten für Wartungsarbeiten würden den Herstellern ermöglichen, die Preise nach Belieben zu erhöhen.

Culp wies die Vorwürfe zurück: Die Preise spiegelten die enormen Investitionen in Forschung und Entwicklung wider – rund 3 Milliarden Dollar jährlich. Die Reparaturzeiten für Triebwerke der neuen Generation lägen derzeit etwa 150 Prozent über dem Vor-Pandemie-Niveau, wie Bain & Company ermittelte.

Organisatorischer Umbau

Um die Lieferkette weiter zu stärken, kündigte Culp strukturelle Veränderungen an. Die neu geschaffene Technologie- und Betriebsabteilung wird künftig direkt in die Commercial Engines & Services-Sparte integriert, geleitet von Mohamed Ali. Russell Stokes, langjähriger Manager, tritt im Juli nach 29 Dienstjahren in den Ruhestand.

Die Materialzulieferungen von Schlüssellieferanten stiegen 2025 um über 40 Prozent – eine deutliche Verbesserung, die sich in verkürzten Durchlaufzeiten niederschlug. Bei LEAP, CFM56 und GE90 sanken die Reparaturzeiten im vierten Quartal um mehr als 10 Prozent.

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