Der Frühstückskonzern kostet nur noch 29,63 Euro – so wenig wie seit Jahren nicht. Was nach einer klassischen Value-Falle klingt, hat für manche Anleger einen attraktiven Kern: eine Dividendenrendite von über sieben Prozent.
Die Aktie notiert 46 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und nur acht Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 27,35 Euro. Mit einem RSI von 35 gilt sie technisch als überverkauft.
Analysten bleiben vorsichtig
Die Mehrheit der Finanzhäuser bewertet die Aktie mit „Halten“ oder „Reduzieren“. UBS und JPMorgan senkten zuletzt ihre Kursziele. Grund ist vor allem die schwache Mengenentwicklung im nordamerikanischen Einzelhandel.
General Mills hat zwar historisch Preise durchsetzen können. Die erhoffte Erholung der Absatzmengen bleibt aber aus. Manche Marktbeobachter verweisen dagegen auf das niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis – das operative Risiko sei weitgehend eingepreist.
Hohe Rendite, tiefer Fall
Die Aktie hat in zwölf Monaten 36 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn sind es 24 Prozent. Die Talfahrt hat aber eine Kehrseite: Die Dividendenrendite kletterte über die Sieben-Prozent-Marke. Der Konzern zahlt seit 56 Jahren ununterbrochen Dividende.
Das allein macht die Aktie nicht zum Kauf. Die Charts zeigen klaren Abwärtstrend. Die Erholungsphasen – etwa Mitte Juni – waren kurz und schwach. Im Vergleich zu Kraft Heinz oder Mondelez hielt sich General Mills aber zeitweise besser.
Ausblick auf Juli
CEO Jeff Harmening und COO Dana McNabb setzen auf die „Accelerate“-Strategie. Der Konzern will margenstärkere Produkte forcieren und die Lieferkette effizienter machen. Aktuelle Schritte: der Verzicht auf künstliche Farben im US-Sortiment und der Verkauf von Randgeschäften.
Entscheidend wird der Quartalsbericht im Juli. Dann legt General Mills die Zahlen für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2026 vor. Die Blicke gelten vor allem dem Ausblick auf 2027 und den Einsparzielen aus dem HMM-Programm. Liefert das Management ein Signal für Mengenwachstum, könnte der Boden erreicht sein.
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