General Mills strukturiert sein Sortiment radikal um. Der US-Konzern setzt massiv auf Lebensmittel mit hohem Proteingehalt. Damit reagiert das Management auf den drastischen Nachfragerückgang im nordamerikanischen Heimatmarkt.

Defensive Werte rücken ins Visier

An der Börse sorgte die Neuausrichtung zuletzt für Zuspruch. Das Papier stieg am Dienstag um 2,60 Prozent auf 32,37 Euro. Innerhalb eines Monats legte die Aktie sogar um rund zwölf Prozent zu.

Investoren schichten derzeit vermehrt Kapital aus riskanten Tech-Werten in defensive Sektoren um. General Mills profitiert als klassischer Value-Titel von dieser Marktphase. Der Investor Y Intercept Hong Kong baute indes seine Position im ersten Quartal massiv aus. Die Beteiligung stieg um mehr als 260 Prozent.

Fokus auf Protein und Haustiere

Die neue Strategie unter COO Dana McNabb setzt klare Schwerpunkte bei funktionalen Snacks. Die Plattform Cheerios Protein erwirtschaftete zuletzt fast 100 Millionen Dollar Umsatz. Derweil schwächelte das klassische Nordamerika-Geschäft mit einem Umsatzminus von elf Prozent deutlich.

Wachstum liefert hingegen die Heimtier-Sparte. Der Bereich North America Pet steigerte seinen Quartalsumsatz auf 702,4 Millionen Dollar. Der Segmentgewinn kletterte parallel dazu um 14 Prozent auf 160 Millionen Dollar.

Hinzu kommt ein verstärkter Fokus auf die Katzen-Ernährung. Die Marke Blue Tastefuls wuchs zuletzt um vier Prozent. In der Hundekategorie setzt das Unternehmen verstärkt auf frische Formate wie Love Made Fresh. Besonders die Linie Tiki Cat verzeichnete zuletzt zweistellige Wachstumsraten.

Milliardenverlust und Sparprogramm

Die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres weist dennoch tiefe Spuren auf. Ein Nettoverlust von zwei Milliarden Dollar belastete das Ergebnis im abgelaufenen Quartal. Grund war primär eine Abschreibung von 1,8 Milliarden Dollar auf Firmenwerte. Die Quartalsdividende von 0,61 Dollar je Aktie bleibt stabil.

Für das Geschäftsjahr 2027 gibt sich der Vorstand vorsichtig. Der bereinigte operative Gewinn könnte währungsbereinigt um bis zu 13 Prozent sinken. Als Gegenmaßnahme plant der Konzern bis zum Jahr 2030 kumulierte Kosteneinsparungen von drei Milliarden Dollar.

Allein im nächsten Jahr sollen mindestens 750 Millionen Dollar eingespart werden. Der nächste Quartalsbericht im September wird zeigen, ob die Neuausrichtung Früchte trägt.