General Mills kämpft sich aus dem Tal. Der Lebensmittelkonzern überraschte zuletzt mit starken Quartalszahlen. Doch das Vertrauen von Großanlegern bröckelt.

Ein Blick auf die nackten Zahlen: Die Aktie notiert am Montag bei 32,57 Euro. Der Tagesverlust beträgt 2,49 Prozent. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Plus von 2,26 Prozent – eine leichte Erholung nach einem schwierigen Jahresverlauf.

Trotz des jüngsten Rücksetzers zeigt die Aktie technische Stabilität. Sie notiert über der 50-Tage-Linie von 31,24 Euro und bleibt neutral positioniert. Der RSI von 51,8 signalisiert eine abwartende Stimmung unter Händlern.

Analysten uneins: Kostensparplan als Trumpf

Die Überraschung kam mit dem letzten Quartalsbericht. General Mills legte ein bereinigtes Ergebnis von 0,95 Dollar je Aktie vor. Die Markterwartung von 0,80 Dollar wurde damit klar übertroffen.

Jefferies reagierte prompt und hob das Kursziel von 33 auf 36 Dollar an. Das Rating bleibt jedoch bei „Halten“. Der Grund: Der Konzern setzt auf ein ambitioniertes Sparprogramm. Bis zum Geschäftsjahr 2030 sollen rund drei Milliarden Dollar eingespart werden.

Die Hoffnung: Weniger Kosten, stabilere Margen. Das Ziel: Die anhaltende Konsumschwäche und den Inflationsdruck abfedern.

Andere Analysten bleiben skeptisch. Einige Häuser vergeben weiterhin ein „Reduzieren“-Rating. Das durchschnittliche Kursziel von 39 Dollar spiegelt die gespaltene Lage wider. Zu viele Fragezeichen belasten den Ausblick.

Insiderverkäufe und institutionelle Abgänge

Während Analysten die Trendwende diskutieren, ziehen sich Großanleger zurück. Steigerwald Gordon & Koch Inc. verkaufte im ersten Quartal 33.109 Aktien. Der Anteil der Fondsgesellschaft schrumpfte um 21,5 Prozent. Zurück bleiben rund 120.960 Papiere.

Auch im Management selbst gibt es Bewegung. Jacqueline Williams-Roll trennte sich von 10.000 Anteilen zu durchschnittlich 34,27 Dollar. Ricardo Fernandez verkaufte knapp 8.000 Aktien zu rund 34,50 Dollar. Privatanleger werten solche Verkäufe kritisch – sie deuten auf mangelndes Vertrauen in den Aktienkurs hin.

Dividende lockt, aber strukturelle Risiken bleiben

Die fundamentale Bewertung liest sich attraktiv. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei nur 9. Das ist günstig für den Konsumgütersektor. Die vierteljährliche Dividende von 0,61 Dollar ergibt eine Rendite von rund 6,5 Prozent.

Doch die Schattenseite ist nicht zu übersehen. Eine milliardenschwere Abschreibung auf den Heimtierbereich von 1,8 Milliarden Dollar belastet die Bilanz. Dazu kommt der Verkauf des Brasilien-Geschäfts. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 bleibt verhalten. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie bereits 16,47 Prozent.

Trotz allem: Das neue Sparprogramm ist die Chance des Konzerns. Bis 2030 müssen die drei Milliarden Dollar Einsparungen die strukturellen Probleme überlagern. Gelingt das, könnte die Aktie ihren Abwärtstrend stoppen. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob der Plan trägt.