Im Rahmen der Barclays Global Consumer Staples Conference hat General Mills am Dienstag den Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 bestätigt. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einer organischen Nettoumsatzentwicklung zwischen einem Rückgang von 1,5 Prozent und einem Zuwachs von 0,5 Prozent.

Der bereinigte Betriebsgewinn wird auf Basis konstanter Währungen in einer Spanne von minus 13 Prozent bis minus 8 Prozent erwartet. Für den bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie kalkuliert das Management mit Werten zwischen 3,00 und 3,20 US-Dollar.

Fokus auf Kosteneinsparungen und Marken-Innovationen

Während der Konferenz am Dienstag betonten Jeff Harmening und Dana McNabb, dass die Strategie zur Trendwende auf Innovationen, einer Erneuerung des Markenportfolios sowie verstärktem Marketing basiere.

Ein zentraler Pfeiler ist dabei die Realisierung von Kosteneinsparungen in Höhe von 750 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2027. Dies sei notwendig, um unter anderem die Logistikkosten aufzufangen, die laut Unternehmensangaben rund 40 Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Marke Blue Buffalo, die laut den Verantwortlichen eine umfassende Renovierung benötigt. Ziel ist es, durch gezielte Investitionen in das Produktangebot und die Markenführung wieder ein stabileres Wachstum zu generieren. Die Umwandlung des freien Cashflows soll am Ende des Geschäftsjahres bei etwa 95 Prozent des bereinigten Gewinns nach Steuern liegen.

Juristische Schritte gegen Preisabsprachen

Parallel zu den strategischen Ankündigungen wurde am Dienstag bekannt, dass General Mills gemeinsam mit dem US-Süßwarenkonzern Mars eine Klage gegen führende US-Zuckerproduzenten eingereicht hat. Die Klage richtet sich unter anderem gegen die United Sugar Corporation und die ASR Group.

Laut Reuters werfen die Kläger den Produzenten eine jahrelange Verschwörung zur Preisabsprache vor. Diese habe die Kosten für Zucker, der in zahlreichen Produkten wie Getreideflocken und Süßwaren verwendet wird, künstlich aufgebläht.

An der Börse spiegeln die Kurse die Herausforderungen der Branche wider. Nachdem das Papier am gestrigen Donnerstag bei 30,91 Euro aus dem Handel ging, verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein Minus von 23 Prozent. Damit notiert der Wert aktuell mit einem Abstand von 30 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Portfolioumbau und kommende Quartalszahlen

Abseits der juristischen Auseinandersetzungen treibt das Unternehmen seinen Portfolioumbau voran. Bereits am Donnerstag vergangener Woche wurde der Verkauf des Brasilien-Geschäfts an 3corações abgeschlossen. Die Transaktion umfasst die Marken Yoki und Kitano sowie Produktionsstätten in Pouso Alegre und Campo Novo do Parecis. Dieser Schritt ist Teil der Strategie, sich auf Kernmärkte und margenstärkere Segmente zu konzentrieren.

Analysten von BofA Securities hatten bereits am 1. September auf die Entwicklungen reagiert und ihr Kursziel für die Aktie von 39 auf 43 US-Dollar angehoben. Anleger richten ihren Blick nun auf den 23. September, wenn General Mills die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 präsentieren wird.

Kurz darauf folgt am 29. September die jährliche Hauptversammlung, bei der unter anderem ein Aktionärsantrag zur Erhöhung der Transparenz bei Menschenrechtsrichtlinien und Lieferkettenpraktiken zur Abstimmung steht.