Der US-Autoriese steckt mitten in einem Spagat. Während General Motors laut einem Bericht der Financial Times vom 26. Januar mit Ford über ein Rettungspaket für den insolventen Zulieferer First Brands Group verhandelt, treibt der Konzern gleichzeitig seine Elektromobilitätsstrategie voran.
Die Gespräche mit dem Ohio-basierten Zulieferunternehmen, das sich im Chapter-11-Verfahren befindet, zeigen die Vernetzung der Automobilindustrie. Ein Ausfall wichtiger Teilelieferanten könnte die eigene Produktion gefährden – Grund genug für die beiden Detroiter Schwergewichte, eine Finanzspritze zu prüfen.
Ladeinfrastruktur direkt aufs Smartphone
Zeitgleich verkündete General Motors am 26. Januar einen wichtigen Schritt für seine E-Fahrzeugbesitzer: Die Integration des Electrify-America-Netzwerks in die hauseigenen Apps myChevrolet, myGMC und myCadillac. Über 5.000 Schnellladestationen – darunter auch Hyper-Fast-Charger mit 350 Kilowatt – sind nun direkt über die Smartphone-Anwendungen zugänglich.
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Fahrer können Ladestationen in Echtzeit finden, Routen mit Ladestopps planen und den Bezahlvorgang komplett in einer Plattform abwickeln. Eine klare Antwort auf Teslas lange etabliertes Supercharger-Ökosystem.
Zollkosten werfen Schatten auf Gewinnmargen
Doch die Aussichten bleiben getrübt. General Motors wird in der kommenden Woche seine Quartalszahlen vorlegen – und dabei dürften Zölle im Mittelpunkt stehen. Wie zahlreiche US-Konzerne von Procter & Gamble bis 3M meldete, belasten die Importabgaben die Margen spürbar.
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Harvard-Forscher berechneten, dass zum Jahresende heimische Waren um 4,3 Prozentpunkte teurer waren als ohne Zölle, importierte Güter sogar um 5,8 Prozentpunkte. Der effektive Zollsatz für US-Verbraucher lag Mitte November bei 14,4 Prozent – der höchste Wert seit 85 Jahren.
Während Wettbewerber wie McCormick bereits Preiserhöhungen ankündigten und Fastenal weitere Aufschläge plant, bleibt abzuwarten, wie General Motors auf die Kostensteigerungen reagiert. Verbraucher zeigen sich zunehmend preissensibel, besonders in unteren und mittleren Einkommensschichten.
Am 26. Januar notierte die Aktie an der NYSE bei 80,07 Dollar, ein Plus von 0,49 Prozent. Ob dieser moderate Anstieg vor den anstehenden Quartalszahlen Bestand hat, hängt stark davon ab, wie überzeugend das Management die Zoll-Thematik adressiert.
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