Gerresheimer: 172 Stellen in Chicago Heights weg

Gerresheimer schließt seinen Standort in Illinois als Teil eines Sparprogramms. Das Unternehmen steht unter Druck durch eine BaFin-Prüfung und massive Abschreibungen.

Gerresheimer Aktie
Kurz & knapp:
  • Standortschließung in Chicago Heights
  • 172 Arbeitsplätze betroffen
  • BaFin untersucht Bilanzierungspraktiken
  • Abschreibungen von bis zu 240 Millionen Euro

Gerresheimer greift hart durch. Der Verpackungshersteller schließt sein Glaswerk im US-Bundesstaat Illinois und streicht 172 Stellen. Die Maßnahme ist Teil eines globalen Sparprogramms, fällt aber in eine Phase extremer Unsicherheit. Das Unternehmen kämpft mit einer BaFin-Sonderprüfung und einem blockierten Finanzkalender.

Bis zum 30. September wird der Standort in Chicago Heights abgewickelt. Die Produktion von pharmazeutischen Spezialgläsern wie Serum- und Infusionsflaschen verlagert der Konzern in bestehende Werke in Italien und Indien. Laut einem Unternehmenssprecher ist der Schritt Teil des Transformationsprogramms zur Kostensenkung. Gerresheimer will damit die Auslastung des globalen Netzwerks optimieren und die Profitabilität steigern.

Massive Abschreibungen belasten Bilanz

Die Neuausrichtung hinterlässt tiefe Spuren in den Büchern. Das Management rechnet im Abschluss für das Jahr 2025 mit Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Diese Abschreibungen fließen nicht zahlungswirksam ab. Sie betreffen primär das US-Glasgeschäft sowie Technologieprojekte der Tochtergesellschaft Sensile Medical.

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Operative Einschnitte sind aktuell nur ein Teil der Baustelle. Viel schwerer wiegt die laufende Untersuchung der Finanzaufsicht BaFin. Die Behörde durchleuchtet die Bilanzierungspraktiken des Konzerns. Parallel dazu hat die Abschlussprüferaufsichtsstelle ein Verfahren gegen KPMG eingeleitet. Die Wirtschaftsprüfer hatten dem fehlerhaften Abschluss für 2024 ein uneingeschränktes Testat erteilt.

Warten auf das BaFin-Urteil

Der regulatorische Druck zwingt das Management zum Aufschub. Die Hauptversammlung ist abgesagt, der Bericht für das erste Quartal 2026 verschoben. Immerhin signalisieren die Gläubiger vorerst Stillhaltebereitschaft. Sie verlängerten die Frist für die Vorlage der geprüften Zahlen für 2025 bis Ende September.

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Trotz der internen Krise wagt der Vorstand eine Prognose für das laufende Jahr. Gerresheimer plant für 2026 mit einem Umsatz von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge soll bei rund 18 bis 19 Prozent liegen.

Diese Ziele stehen unter dem Vorbehalt der ausstehenden Prüfungen. Als nächster Termin für die Vorlage des Jahresabschlusses ist der Juni 2026 angesetzt. Ein Datum für die Veröffentlichung der BaFin-Ergebnisse existiert bislang nicht.

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