Bilanzfehler, verschobene Abschlüsse, ein drohender Indexausschluss — Gerresheimer steckt mitten in einer der komplexesten Restrukturierungsphasen seiner Geschichte. Und trotzdem hat die Aktie seit ihrem Februar-Tief kräftig zugelegt.
Centor-Verkauf als Schlüsseltransaktion
Das Herzstück der Strategie ist der geplante Verkauf der US-Tochter Centor Inc., die Kunststoffverpackungen für verschreibungspflichtige Medikamente herstellt. Morgan Stanley vermarktet das Unternehmen, der Abschluss soll noch vor Ende 2026 gelingen. Berichten zufolge haben sich eine zweistellige Anzahl potenzieller Käufer gemeldet — das verschafft dem Management Verhandlungsspielraum.
Das Moulded-Glass-Geschäft wird ebenfalls veräußert, allerdings später als ursprünglich geplant. Der Verkaufsprozess wurde über das Geschäftsjahr 2026 hinaus verschoben. Parallel dazu schließt Gerresheimer sein Glaswerk in Chicago Heights bis Ende 2026, 172 Stellen fallen weg. Die Produktion verlagert sich in Werke nach Italien und Indien.
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BaFin prüft, Kreditgeber geben Zeit
Die BaFin untersucht Bilanzierungsfehler aus den Geschäftsjahren 2024 und 2025 — konkret bei der Umsatzrealisierung und möglicherweise falsch ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten. Gerresheimer hat nicht-zahlungswirksame Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro für 2025 in Aussicht gestellt, hauptsächlich für Technologieprojekte und US-Vermögenswerte.
Der testierte Jahresabschluss, ursprünglich für Ende März fällig, erscheint nun voraussichtlich im Juni 2026. Banken und Schuldscheingläubiger haben einer Fristverlängerung bis zum 30. September 2026 zugestimmt, Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad wurden bis dahin ausgesetzt. Eine spürbare Entlastung — allerdings droht bei anhaltender Verzögerung der Ausschluss aus dem SDAX.
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Aktie erholt, Unsicherheit bleibt hoch
Die Gerresheimer-Aktie notiert bei 24,48 Euro, gut 57 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom Februar. Vom Jahreshoch bei 64,40 Euro trennt sie jedoch noch immer ein Abstand von rund 62 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 90 Prozent — ein Wert, der die anhaltende Unsicherheit unter Marktteilnehmern klar widerspiegelt.
Für 2026 peilt Gerresheimer Umsätze zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro an, eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent sowie einen moderat positiven Free Cashflow. Das uneingeschränkte Wirtschaftsprüfertestat im Juni wird zum ersten echten Vertrauenstest — gelingt es, dürfte das die Neubewertung der Aktie deutlich beschleunigen.
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