Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer kommt nicht zur Ruhe. Die Aktie legte am Montag um 4,67 Prozent auf 29,16 Euro zu. Das klingt nach Erholung, ist aber nur eine Verschnaufpause. Vor zwölf Monaten notierte das Papier noch bei über 50 Euro. Ein Minus von knapp 40 Prozent.

Abschreibungen fressen das Ergebnis auf

Der testierte Jahresabschluss für 2025 sorgte Ende Juni für Ernüchterung. Gerresheimer steigerte den Umsatz um 16,6 Prozent auf 2,321 Milliarden Euro – getrieben durch den Zukauf von Bormioli Pharma. Das bereinigte EBITDA lag bei 384 Millionen Euro.

Doch unterm Strich steht ein dicker Verlust. Knapp 319 Millionen Euro rot. Schuld sind Abschreibungen von 521,5 Millionen Euro und Sonderbelastungen von 71,8 Millionen Euro. Die Konsequenz: Für 2025 gibt es keine Dividende.

Neue Führung, neuer Fokus

Das Ruder übernimmt jetzt der neue CFO Wolf Lehmann. Seit September 2025 verantwortet er die finanzielle Restrukturierung. Für 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro an. Die angestrebte EBITDA-Marge liegt bei 17 bis 18 Prozent.

Ein entscheidender Hebel: der geplante Verkauf der US-Tochter Centor. Der Markt schaut genau hin, wie viel der Deal bringt. Denn Gerresheimer braucht dringend frische Mittel.

Der RSI liegt bei 66,1 – die Aktie ist weder überkauft noch überverkauft. Die 30-Tage-Volatilität von 40,8 Prozent zeigt: Das Papier bleibt ein Zitterpartie. Das 52-Wochen-Tief bei 14,90 Euro ist mit 29,16 Euro erstmal Geschichte. Die Erholung auf den 50-Tage-Durchschnitt von 26,23 Euro ist geglückt. Ein nachhaltiger Turnaround sieht anders aus.