Die Frist ist verstrichen — und das hat Folgen. Gerresheimer hat den geprüften Jahresabschluss für 2025 nicht fristgerecht eingereicht. Daraus entstehen nicht nur regulatorische Probleme, sondern auch handfeste Risiken für die Kreditlinien des Unternehmens.
Technischer Verzug gegenüber Gläubigern
Weil der testierte Abschluss fehlt, hat Gerresheimer vertraglich zugesicherte Reporting-Pflichten verletzt — das Unternehmen befindet sich damit in technischem Verzug. Das Management verhandelt derzeit mit den Kreditgebern über Fristverlängerungen, um eine Kündigung der Kreditlinien abzuwenden. Ein testierter Jahresabschluss wird frühestens für Juni 2026 erwartet.
Als direkte Folge wurden auch die Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2026 sowie die für den 3. Juni geplante Hauptversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben.
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BaFin leuchtet tiefer in die Bilanz
Parallel dazu weitet die BaFin ihre Bilanzkontrolle aus. Neben bereits bekannten Untersuchungen zu fehlerhaften Umsatzbuchungen — sogenannten „Bill-and-Hold“-Geschäften — prüft die Behörde nun weitere Posten: Wertminderungen im Segment Advanced Technologies von 196,5 Millionen Euro, Leasingverbindlichkeiten von 65,5 Millionen Euro, aktivierte Entwicklungskosten von 29,4 Millionen Euro sowie die Risikoeinschätzung rund um die Übernahme von Bormioli Pharma. Ob diese Korrekturen hätten früher vorgenommen werden müssen, ist eine der zentralen Fragen der Prüfung.
Um Liquidität zu sichern, hat Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. eingeleitet — begleitet von Morgan Stanley. Zusätzlich soll eine Glasfabrik in Chicago bis Ende 2026 geschlossen werden.
Die Aktie reagierte am 2. April mit spürbaren Abschlägen und notierte bei rund 18,70 Euro. An seiner Umsatzprognose von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro für 2026 hält das Unternehmen fest — allerdings ausdrücklich unter dem Vorbehalt, dass die Bankgespräche erfolgreich enden und die BaFin keine weiteren substanziellen Korrekturen einfordert. Zwei Bedingungen, die derzeit alles andere als gesichert sind.
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