Ein Kurssprung von rund 18 Prozent in einer Woche klingt nach Entwarnung. Bei Gerresheimer ist es das nicht. Die Einigung mit den Kreditgebern kauft Zeit — löst aber das eigentliche Problem nicht.
Was die Einigung bringt
96 Prozent der Schuldschein-Inhaber haben einer Fristverlängerung bis zum 30. September 2026 zugestimmt. Das Gesamtvolumen der Schuldscheine beträgt 870 Millionen Euro. Die Bankpartner zogen mit. Zusätzlich setzte Gerresheimer wesentliche Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad bis einschließlich des dritten Quartals 2026 aus.
Das schafft finanziellen Spielraum. Mehr nicht.
Gerresheimer selbst will den testierten Jahresabschluss 2025 bereits im Juni vorlegen — also deutlich früher als die vereinbarte Frist. Parallel läuft der Verkauf der US-Tochter Centor Inc.
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Die eigentliche Last: BaFin
Die Finanzaufsicht prüft Gerresheimer auf mehreren Ebenen. Im März 2026 leitete die BaFin eine Prüfung des Konzernzwischenabschlusses für den Zeitraum Dezember 2024 bis Mai 2025 ein. Konkrete Anhaltspunkte für Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften lagen ihr vor.
Die Prüfung wurde seither ausgeweitet. Im Kern geht es um drei Punkte: möglicherweise falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten mit einem Buchwert von 65,5 Millionen Euro, falsch angegebene Nutzungsdauern aktivierter Entwicklungskosten sowie nicht erfasste Wertminderungen im Segment Advanced Technologies — Buchwert knapp 197 Millionen Euro.
Einen Zeitplan für das Ergebnis gibt es nicht. Die BaFin hat angekündigt, die Öffentlichkeit zu informieren — wann, ist offen.
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Kalender ohne Daten
Für die kommende Woche stehen bei Gerresheimer keine Termine an. Weder Quartalszahlen noch ein Hauptversammlungsdatum sind terminiert. Der Halbjahresbericht ist für den 14. Juli geplant, der Q3-Bericht für den 15. Oktober — beide hängen davon ab, dass der Jahresabschluss 2025 vorher erscheint.
Die Aktie notiert aktuell bei 21,40 Euro und damit rund 27 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit dem Hoch im Spätsommer 2023 bei knapp 123 Euro hat das Papier über 80 Prozent verloren. Der Ausschluss aus dem SDAX folgte, nachdem neue Bilanzfehler die Vorlage des Abschlusses weiter verzögert hatten.
Für die Umsatzprognose von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro im laufenden Jahr gilt: Belastbar ist sie erst, wenn geprüfte Zahlen vorliegen. Das früheste mögliche Datum dafür ist Juni 2026.
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