Die Lage bei Gerresheimer spitzt sich weiter zu. Fehlende testierte Abschlusszahlen, eine BaFin-Prüfung und ein drohender Kreditverzug — die Unsicherheit rund um den Pharmaverpackungsspezialisten wächst. Am Dienstag reagierte die Aktie mit einem Kursrückgang von zeitweise über vier Prozent.
Kreditverträge unter Druck
Der Kern des Problems liegt im fehlenden testierten Jahresabschluss für 2025. Ohne diesen befindet sich Gerresheimer in einem technischen Verzug gegenüber seinen Kreditgebern. Das Management verhandelt derzeit mit den finanzierenden Banken über eine Verlängerung der Vorlagefristen — mit dem Ziel, eine vorzeitige Kündigung der Kreditlinien abzuwenden.
Die Konsequenzen sind bereits spürbar: Ende März wurde die Aktie aus dem SDAX ausgeschlossen, was zusätzlichen Verkaufsdruck durch indexgebundene Fonds auslöste. Der ursprünglich für den 16. April geplante Quartalsbericht entfiel ersatzlos. Wann verlässliche Finanzdaten vorliegen, ist offen — Marktbeobachter rechnen frühestens im Juni damit.
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Verkäufe, Schließungen, Abschreibungen
Parallel zur Bilanzaufarbeitung hat der Konzern ein umfassendes Restrukturierungsprogramm eingeleitet. Die US-Tochter Centor Inc., die auf Verpackungen für verschreibungspflichtige Medikamente spezialisiert ist und Ende 2024 mit 292 Millionen Euro in der Bilanz stand, soll verkauft werden. Morgan Stanley wurde als Berater mandatiert.
Zudem plant Gerresheimer die Schließung seines Glaswerks in Chicago Heights bis Ende 2026, die Kapazitäten werden nach Indien und Italien verlagert. Diese Maßnahmen zusammen mit Wertberichtigungen auf Technologieprojekte dürften nicht-zahlungswirksame Abschreibungen von 220 bis 240 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025 nach sich ziehen.
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BaFin prüft Buchungspraxis
Erschwerend kommt die laufende Untersuchung der BaFin hinzu. Die Finanzaufsicht prüft Unregelmäßigkeiten bei der Umsatzrealisierung, die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von rund 65,5 Millionen Euro sowie die Aktivierung von Entwicklungskosten. Gerresheimer hat eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Unterstützung von KPMG beauftragt.
Die Hauptversammlung, ursprünglich für den 3. Juni 2026 terminiert, hat noch keinen neuen Termin. Solange Bilanz, Kreditverhandlungen und BaFin-Prüfung parallel laufen, dürfte das Papier unter erheblichem Vertrauensdruck bleiben.
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