Der Düsseldorfer Verpackungsspezialist Gerresheimer stürzt heute weiter ab. Nach der dritten Gewinnwarnung des Jahres herrscht blanke Panik an der Börse – der Kurs ist seit Jahresanfang bereits um über 60 Prozent eingebrochen und notiert bei nur noch rund 28 Euro.

Dritte Gewinnwarnung schockt Investoren

Anfang Oktober musste das Management erneut kapitulieren und die Jahresprognose drastisch senken. Statt Wachstum droht nun ein Umsatzrückgang von 2 bis 4 Prozent. Die EBITDA-Marge bricht von erwarteten 20 Prozent auf magere 18,5 bis 19 Prozent ein. Beim Ergebnis je Aktie prognostiziert das Unternehmen sogar einen Einbruch im mittleren zweistelligen Bereich.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
* Organisches Umsatzwachstum: -1,2 Prozent im dritten Quartal
* EBITDA-Marge gesunken: von 20,5 auf 18,8 Prozent
* Kosmetikgeschäft schwächelt massiv
* Medikamentenbehälter-Sparte bricht ein

Vertrauen der Anleger vollständig zerrüttet

Was macht diese Krise so verheerend? Es ist bereits die dritte Prognosesenkung in nur einem Jahr – ein beispielloser Vertrauensverlust. Die geplatzten Übernahmegespräche mit Finanzinvestoren im Sommer beseitigten eine wichtige Kursstütze. Der überraschende Wechsel beim Finanzvorstand und die Verschiebung des Kapitalmarkttags verstärken das Chaos.

Rettungsplan oder letztes Aufbäumen?

Das Management verspricht nun ein „umfassendes Transformationsprogramm“ mit Kostensenkungen und operativen Verbesserungen. Die geplante Trennung vom Formglas-Geschäft soll zusätzlich helfen. Doch Analysten bleiben skeptisch und korrigieren ihre Kursziele weiter nach unten.

Kann Gerresheimer das Vertrauen zurückgewinnen oder ist dies der Anfang vom Ende einer einst stolzen Industriegeschichte?