Der Pharmaverpackungsspezialist Gerresheimer verschafft sich Luft. Nach dem schweren Bilanzskandal haben die Kreditgeber dem Konzern weitreichende Zugeständnisse gemacht. Das Management gewinnt damit wertvolle Zeit für die Sanierung. Die Aktie reagiert mit einer massiven Gegenbewegung auf die Nachrichten.
Gläubiger stützen den Sanierungskurs
Eine überwältigende Mehrheit der Schuldschein-Inhaber stimmte der Fristverlängerung zu. Ganze 96 Prozent des Kreditvolumens von 870 Millionen Euro stehen hinter dem Beschluss. Auch die Bankenpartner ziehen mit. Sie setzen wesentliche Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad bis zum dritten Quartal 2026 aus.
Parallel dazu treibt Gerresheimer den Verkauf seiner US-Tochter Centor voran. Die auf Medikamentenverpackungen spezialisierte Sparte wird aktuell mit knapp 300 Millionen Euro bewertet. Das Interesse am Markt ist groß. Die Investmentbank Morgan Stanley spricht bereits mit einer zweistelligen Anzahl potenzieller Käufer. Der Vollzug der Transaktion soll noch in diesem Jahr erfolgen.
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Ein weiteres Puzzleteil des Transformationsprogramms betrifft die Produktion. Das Werk in Chicago Heights schließt bis Ende 2026 seine Tore. Der Konzern verlagert die Kapazitäten in bestehende Werke in Italien und Indien.
Altlasten und Kursrally
Auslöser der Krise waren massive Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung. Gerresheimer hatte Umsätze für Waren verbucht, die das Werk nie verlassen hatten. Dieser Verstoß gegen IFRS-Standards führte zu Fehlbuchungen von 35 Millionen Euro beim Umsatz. Die Finanzaufsicht BaFin ermittelt weiterhin.
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An der Börse sorgte die Einigung mit den Gläubigern für Erleichterung. Die Aktie kletterte auf Wochensicht um fast 25 Prozent nach oben. Am Freitag ging das Papier bei 21,40 Euro aus dem Handel.
Langfristig bleibt das charttechnische Bild trübe. Auf Jahressicht steht ein Minus von knapp 59 Prozent auf der Kurstafel.
Das operative Geschäft läuft derweil stabil. Für 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz von bis zu 2,4 Milliarden Euro an. Die Auftragslage ist solide. Der entscheidende Knotenpunkt bleibt jedoch die Vorlage des testierten Jahresabschlusses. Dieser wird frühestens für Juni 2026 erwartet. Ohne diesen Meilenstein bleibt jede fundierte Unternehmensbewertung und jedes mögliche Übernahmeszenario blockiert.
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