Der Pharmaverpackungsspezialist Gerresheimer steht unter massivem Druck. Nach Bilanzierungsfehlern, die zu Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro führen, läuft nun die Frist: Bis zum 31. März muss der testierte Jahresabschluss 2025 vorliegen. Die BaFin prüft parallel mehrere Berichtsjahre, der Kurs stürzte auf ein 10-Jahres-Tief. Doch erste Gegenbewegungen zeigen sich.
Wie die Krise entstand
Im Zentrum der Ermittlungen stehen sogenannte Bill-and-Hold-Vereinbarungen. Dabei wurden Umsätze verbucht, bevor die Ware tatsächlich ausgeliefert wurde. Mitarbeiter verstießen gegen interne Leitlinien, die Kontrollen versagten. Die BaFin weitete ihre Prüfung auf mindestens zwei Geschäftsjahre aus – 2024 und 2025 – mit Fokus auf Umsatzrealisierung und Kontrollmechanismen.
Am 10. Februar verschob Gerresheimer die Veröffentlichung des Jahresabschlusses. Die Konsequenzen sind erheblich: Die bereinigte EBITDA-Marge für 2025 soll nur noch 16,5 bis 17,5 Prozent erreichen, zuvor waren 18,5 bis 19,0 Prozent anvisiert. Der Gewinn je Aktie wird deutlich zweistellig sinken, ein Verlust ist möglich.
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Massive Abschreibungen belasten
Besonders hart trifft es die Schweizer Tochter Sensile Medical und den US-Standort Moulded Glass Chicago. Hier fallen Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro an. Das Management reagiert mit Notmaßnahmen: Das Werk in Chicago Heights wird Ende 2026 geschlossen, die profitable US-Tochter Centor soll verkauft werden. Den ursprünglich geplanten Verkauf des Moulded-Glass-Geschäfts hat Gerresheimer dagegen aufgegeben.
Kurs auf Talfahrt – dann erste Erholung
Der Kapitalmarkt strafte die Entwicklung rigoros ab. Ende Februar fiel die Aktie auf 15,57 Euro – den tiefsten Stand seit einem Jahrzehnt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 31 Prozent. Zuletzt stabilisierte sich der Kurs jedoch: Am Freitag schloss das Papier bei 19,09 Euro, ein Plus von 5,59 Prozent. Binnen einer Woche legte die Aktie damit über 13 Prozent zu.
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Bemerkenswert: Trotz der Turbulenzen melden sich neue Investoren. Der CastleKnight Master Fund LP meldete Anfang Februar eine Beteiligung von 4,08 Prozent, die Deka Investment veröffentlichte Anfang März eine Stimmrechtsmitteilung. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz prüft derweil Schadenersatzansprüche.
Alles entscheidet sich am 31. März
Ob Gerresheimer eine Bodenbildung gelingt, hängt vom testierten Jahresabschluss ab. Schafft es das Management, die Bücher transparent zu bereinigen und die BaFin-Fragen zu beantworten, könnte das Vertrauen zurückkehren. Für 2026 kalkuliert der Konzern mit Erlösen von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro und einer EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent. Der freie Cashflow soll moderat positiv ausfallen.
Der Quartalsbericht folgt am 16. April, die Hauptversammlung am 3. Juni. Bis dahin dürfte die Aktie volatil bleiben – der RSI von 17,7 signalisiert eine technisch überverkaufte Situation. Anleger, die auf eine Erholung setzen, sollten den 31. März im Kalender markieren.
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