Der Rauswurf aus dem SDAX ist nur die Spitze des Eisbergs. Während Indexfonds die Papiere des Pharmaverpackers zwangsweise abstoßen, kämpft das Management hinter den Kulissen um die finanzielle Stabilität. Ein fehlender Jahresabschluss hat den Konzern in einen technischen Verzug manövriert. Jetzt geht es um die Liquidität.
Im Zentrum der Krise steht ein handfester Bilanzierungsfehler. Die BaFin untersucht unzulässige „Bill-and-Hold“-Buchungen in Höhe von 35 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Weil der testierte Abschluss für 2025 weiterhin fehlt, liegt der komplette Berichtsrhythmus auf Eis. Das hat direkte rechtliche Folgen. Gerresheimer verletzt vertragliche Reporting-Pflichten gegenüber seinen Kreditgebern. Aktuell laufen fieberhafte Verhandlungen über Fristverlängerungen, um die Kündigung wichtiger Kreditlinien abzuwenden.
Harte Einschnitte und Notverkäufe
Um die angespannte Bilanz zu entlasten, greift der Vorstand massiv durch. Die US-Tochter Centor soll noch in diesem Jahr veräußert werden. Morgan Stanley ist bereits mit dem Verkauf der auf Medikamentenverpackungen spezialisierten Sparte mandatiert. Parallel schließt der Konzern sein Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights und verlagert die Produktion nach Indien und Italien.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?
Diese harte Bereinigung hinterlässt tiefe Spuren. Gerresheimer rechnet mit Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro. Die Abschreibungen betreffen vor allem das Werk in Chicago sowie Technologieprojekte der Tochter Sensile Medical.
Alles blickt auf den Juni
Der Kapitalmarkt quittiert das operative Chaos mit einem Kursverlust von knapp 38 Prozent seit Jahresbeginn. Zwar stellt das Management für 2026 Umsätze von bis zu 2,4 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 18 Prozent in Aussicht. Diese Prognose steht allerdings unter dem strikten Vorbehalt gesicherter Finanzierungen und eines positiven BaFin-Ausgangs.
Der absolute Stichtag für den Konzern fällt in den Juni 2026. Bis dahin muss der testierte Jahresabschluss zwingend auf dem Tisch liegen. Scheitert die Frist erneut, schwindet der Verhandlungsspielraum mit den Banken drastisch.
Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 14. April liefert die Antwort:
Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


