Gerresheimer liefert wieder Wachstum, doch die Sanierung ist längst nicht abgeschlossen. Die vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal zeigen eine spürbare Belebung im Geschäft mit Medikamentenverabreichungssystemen. Die Profitabilität liegt dagegen weiter klar unter dem Vorjahr. Die Aktie legte zeitweise gut fünf Prozent auf 33,52 Euro zu.
Umsatz steigt, Ergebnis stagniert
Der Umsatz kletterte im dritten Quartal um 8 Prozent auf 605 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA lag mit 103 Millionen Euro ungefähr auf Vorjahresniveau. Wachstum kommt also an, hinterlässt aber noch keine Spuren in der Marge.
Der Vorstand bestätigte die Jahresprognose. Der Umsatz 2026 soll in der unteren Hälfte der Spanne von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro landen. Dafür braucht es ein deutlich stärkeres Schlussquartal, das das Management ausdrücklich erwartet.
Portfolio im Umbau
Parallel dazu treibt der Konzern den Umbau voran. Die Vorbereitungen für den Abschluss des Verkaufs des Geschäfts mit Primärverpackungen aus Kunststoff laufen. Zuvor hatte Gerresheimer bereits Centor veräußert. Das Unternehmen konzentriert sich damit stärker auf sein Kerngeschäft.
Die Analystenseite war schon vor den Zahlen wohlwollend. JPMorgan bekräftigte am Vortag das Votum „Overweight“ und nannte ein Kursziel von 46 Euro. Analyst David Adlington hatte sein Modell an die neue Konzernstruktur und die erwarteten Quartalszahlen angepasst.
Hinzu kommt der Blick auf die Aktionärsseite: Goldman Sachs meldete in den Tagen zuvor eine Gesamtposition von rund 16 Prozent aus Aktien und Finanzinstrumenten. Kein Wunder, dass der Markt das als Vertrauenssignal las.
Nahe am Jahreshoch
Die Aktie nähert sich ihrem 52-Wochen-Hoch bei 34,20 Euro. Das Tief lag bei 14,83 Euro, die Stimmung hat sich also deutlich gedreht. Der Anstieg gelang trotz schwächerer US-Indizes und wirkte damit unternehmensgetrieben.
Die Marke von 34,20 Euro ist nun der nächste Test. Ob sich der Aufschwung dort fortsetzt, hängt vor allem davon ab, ob das angekündigte starke Schlussquartal die Margenlücke zum Vorjahr zumindest verkleinert.
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