Die Bilanzprobleme bei Gerresheimer weiten sich aus — und ziehen nun auch den Indexstatus des Unternehmens in Mitleidenschaft. Weil der testierte Jahresabschluss 2025 nicht bis Ende März vorliegen wird, steht der SDAX-Ausschluss unmittelbar bevor. Frühestens im Juni soll der geprüfte Abschluss folgen.
Bilanzierungsfehler mit Kettenreaktion
Auslöser der Krise sind Bilanzierungsfehler bei sogenannten Bill-and-Hold-Vereinbarungen: Umsatzerlöse und -kosten wurden unzutreffend erfasst — ein Verstoß gegen IFRS-Vorschriften. Die BaFin hatte bereits im September 2025 eine Anlassprüfung eingeleitet und diese Anfang März 2026 ausgeweitet, nachdem weitere Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften bekannt wurden. Neben KPMG prüft nun auch Grant Thornton die Abschlüsse der Jahre 2024 und 2025.
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Die Folgen reichen weit: Die Quartalsmitteilung für Q1 2026 und die Hauptversammlung vom 3. Juni wurden verschoben. Parallel laufen Gespräche mit Kreditgebern über Fristverlängerungen — werden diese gerissen, könnten Banken vertragliche Rechte geltend machen. Zusätzlich erwartet Gerresheimer nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro, hauptsächlich auf Technologieprojekte der Sensile Medical AG sowie auf das Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights, das Ende 2026 geschlossen wird.
Shortseller und neue Käufer zugleich
Das Bild auf der Aktionärsseite ist gespalten. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz prüft Schadenersatzansprüche. Gleichzeitig haben der CastleKnight Master Fund und die Deka Investment auf dem gedrückten Kursniveau neue Beteiligungen angemeldet. Ein bekannter Hedgefonds erhöhte am 11. März seine Short-Position auf 0,62 Prozent des Aktienkapitals.
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Der drohende SDAX-Ausschluss dürfte Indexfonds zu Umschichtungen zwingen und weiteren Verkaufsdruck erzeugen. Die Aktie hatte am 19. März zeitweise um bis zu 18 Prozent nachgegeben und notiert damit rund 73 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom März 2025.
Bis zur Vorlage des testierten Abschlusses im Juni 2026 bleiben die offenen BaFin-Verfahren und der Ausgang der Kreditgespräche die zentralen Unsicherheitsfaktoren. Für das laufende Jahr stellt Gerresheimer einen Umsatz von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro in Aussicht — doch wie belastbar diese Prognose ist, lässt sich erst beurteilen, wenn geprüfte Zahlen auf dem Tisch liegen.
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