Gerresheimer Aktie: Übernahme-Deal geplatzt!

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer hat ein Übernahmeangebot von Silgan abgewiesen, um sich auf die Aufarbeitung seiner Bilanzprobleme und den Verkauf der US-Tochter Centor zu konzentrieren.

Gerresheimer Aktie
Kurz & knapp:
  • Ablehnung eines Übernahmeangebots von 41 Euro je Aktie
  • Fokus auf interne Bilanzaufarbeitung und Verkauf von Centor
  • Ausschluss aus dem SDAX wegen verspätetem Jahresabschluss
  • Gläubiger gewähren Fristverlängerung für Finanzberichte

Ein unverbindliches Übernahmeangebot über 41 Euro je Aktie lag auf dem Tisch – und wurde abgelehnt. Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer schickt den US-Konkurrenten Silgan in die Wüste. Das Unternehmen hat derzeit schlichtweg andere Prioritäten als einen Verkauf. Die Aufarbeitung der eigenen Bilanzkrise duldet keinen Aufschub.

Interner Umbau statt US-Fusion

Die Gespräche mit dem amerikanischen Rivalen sind offiziell beendet. Das Management signalisiert mit der Absage klar, dass interne Baustellen Vorrang haben. Strategische externe Schritte sind vorerst auf Eis gelegt.

Parallel dazu treibt der Konzern die Veräußerung seiner US-Tochter Centor voran. Dieser Verkaufsprozess läuft bereits auf Hochtouren. Eine zweistellige Anzahl an Interessenten prüft die Bücher. Das Ziel ist es, die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu optimieren und die Transaktion noch vor Jahresende abzuschließen.

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Rote Karte der Deutschen Börse

Der Druck auf die Unternehmensspitze ist massiv. Am 10. April musste Gerresheimer den SDAX verlassen. Die Deutsche Börse verlangt von ihren Indexmitgliedern die Vorlage des Jahresabschlusses spätestens vier Monate nach Geschäftsjahresende. Diese Frist ließ der Verpackungsspezialist verstreichen.

Ursache für die Verzögerung sind tiefgreifende Prüfungen der Bilanzen. Die Finanzaufsicht BaFin hatte Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gefunden und ihre Untersuchungen ausgeweitet. Im Zentrum stehen „Bill-and-Hold“-Transaktionen, bei denen Umsätze mutmaßlich zu früh verbucht wurden. Außerdem nehmen externe Prüfer mögliche Wertminderungen bei der Schweizer Tochter Sensile Medical genau unter die Lupe.

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Gläubiger gewähren Atempause

Um die finanzielle Stabilität in dieser Phase zu sichern, hat sich Gerresheimer Luft verschafft. Eine überwältigende Mehrheit der Schuldscheininhaber stimmte einer Fristverlängerung zu. Der testierte Konzernabschluss für 2025 muss nun erst bis Ende September vorliegen.

Diese Einigung bringt eine entscheidende Erleichterung für das operative Geschäft. Die Gläubiger verzichten bis einschließlich des dritten Quartals auf die Einhaltung wichtiger Kreditkennzahlen. Der Vorstand hält indes an einem ambitionierteren Zeitplan fest. Bereits im Juni sollen die geprüften Finanzberichte auf dem Tisch liegen.

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