Gerresheimer: Barclays senkt auf Underweight

Barclays stuft Gerresheimer auf 'Underweight' ab und sieht strukturelle Nachteile bei klassischen Pharmaverpackungen.

Gerresheimer Aktie
Kurz & knapp:
  • Barclays senkt Votum auf 'Underweight'
  • Kursziel auf 19 Euro reduziert
  • Bilanzchaos und BaFin-Ermittlungen belasten
  • Regulatorischer Lichtblick für Lasix-ONYU-System

Bei Gerresheimer prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Ein starker Kursaufschwung von fast 23 Prozent im vergangenen Monat trifft auf tiefe bilanzielle Risse im Fundament. Nun sorgt eine harte Herabstufung durch die britische Investmentbank Barclays für neue Nervosität bei den Aktionären.

Analysten sehen strukturelle Nachteile

Barclays-Experte Jonathon Unwin senkte sein Votum am Dienstag auf „Underweight“. Das Kursziel kappte er auf 19 Euro. Gemessen am aktuellen Kursniveau von rund 23,80 Euro entspricht das einem erheblichen Abwärtspotenzial.

Den Schritt begründet Unwin mit einer strategischen Verschiebung im Sektor für Pharma-Verpackungen. Er favorisiert Hersteller von Injektionssystemen wie Ypsomed. Anbieter von klassischen Glasbehältnissen wie Fläschchen oder Ampullen haben das Nachsehen — genau hier liegt jedoch der Schwerpunkt von Gerresheimer.

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Bilanzchaos fordert seinen Tribut

Parallel dazu belasten tieferliegende Probleme das Vertrauen. Laufende Ermittlungen der Finanzaufsicht BaFin werfen lange Schatten. Gerresheimer musste die Veröffentlichung des Jahresabschlusses für 2025 auf den kommenden Juni verschieben.

Hintergrund sind interne Untersuchungen zu fragwürdigen Geschäftsvorfällen und fehlerhaften Buchungen bei Leasing und Entwicklungskosten. Das Unternehmen rechnet mit Wertminderungen im Ausmaß von bis zu 240 Millionen Euro. Die Intransparenz kostete die Aktie bereits am 10. April den Platz im SDAX.

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Regulatorischer Lichtblick

Abseits der Bilanzsorgen gibt es operative Fortschritte. Der Partner SQ Innovation sicherte sich die CE-Kennzeichnung für das gemeinsam entwickelte Lasix-ONYU-System. Dieses Gerät zur Heimtherapie erhielt von der Europäischen Arzneimittel-Agentur obendrein grünes Licht für ein zentralisiertes Zulassungsverfahren.

Finanziell hat sich der Spezialverpackungshersteller indes etwas Luft verschafft. Mitte April stimmten die Kreditgeber einer Fristverlängerung zu. Geprüfte Bilanzen müssen nun erst bis September 2026 vorliegen.

Der Fokus des Marktes richtet sich unweigerlich auf den Juni. Der angekündigte Geschäftsbericht muss Klarheit über die tatsächliche Eigenkapitalbasis und die Dividendenfähigkeit bringen. Liefert das Management keine belastbaren Antworten, droht der Aktie — die auf Jahressicht bereits fast 60 Prozent an Wert verloren hat — ein erneuter Absturz in Richtung des im Februar markierten Tiefs von 15,57 Euro.

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Über Dieter Jaworski 3606 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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