Gerresheimer: Centor-Verkauf bis Jahresende

Gerresheimer gewinnt durch Gläubigereinigung Zeit, doch Bilanzprüfungen und der Centor-Verkauf bleiben entscheidend für die Zukunft.

Gerresheimer Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurserholung von 46 Prozent seit Februar
  • Gläubiger stimmen Fristverlängerung zu
  • Centor-Verkauf als zentraler Schuldenhebel
  • BaFin prüft Bilanzierungsfehler

Der Kurs hat sich vom Tief erholt — die Probleme aber nicht. Gerresheimer notiert aktuell bei 22,76 Euro, rund 46 Prozent über dem Februar-Tief. Auf Jahressicht steht trotzdem ein Minus von fast 58 Prozent. Die kommenden Wochen entscheiden, ob die Stabilisierung trägt.

Gläubiger geben Zeit — bis September

Den Boden für die jüngste Erholung legte eine Einigung mit den Kreditgebern Mitte April. Schuldschein-Inhaber stimmten einer Fristverlängerung bis zum 30. September 2026 zu. Die Quote: 96 Prozent des Gesamtvolumens von 870 Millionen Euro. Außerdem setzte Gerresheimer wesentliche Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad bis Ende des dritten Quartals aus.

Das schafft Luft. Es ist aber kein Freifahrtschein — der Druck auf das Management bleibt enorm.

Centor-Verkauf als Schlüssel

Der wichtigste operative Hebel ist der Verkauf der US-Tochter Centor Inc. Der Bieterprozess läuft mit einer zweistelligen Anzahl von Interessenten. Morgan Stanley begleitet die Transaktion. Ende 2024 stand Centor mit 292 Millionen Euro in den Büchern.

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Der Erlös soll die Schuldenlast spürbar senken. Gerresheimer plant den Vollzug noch in diesem Jahr.

Bilanz und BaFin: zwei offene Baustellen

Laufende interne Untersuchungen zu Geschäftsvorgängen in den Jahren 2024 und 2025 haben den Jahresabschluss verschoben. Gerresheimer will den testierten Abschluss für 2025 im Juni 2026 vorlegen. Den Halbjahresbericht plant das Unternehmen für den 14. Juli 2026.

Parallel prüft die BaFin den Konzern — seit September 2025, inzwischen ausgeweitet. Im Raum stehen falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten mit einem Buchwert von 65,5 Millionen Euro sowie fehlerhafte Anhangangaben zu aktivierten Entwicklungskosten. Wie schwer diese Bilanzfragen wiegen, zeigt sich erst mit dem testierten Abschluss im Juni.

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Für 2025 erwartet Gerresheimer nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von rund 220 bis 240 Millionen Euro — vor allem durch Abschreibungen bei Sensile Medical und dem Glaswerk in Chicago Heights, das bis Ende des Geschäftsjahres 2026 schließt.

Prognose hält — vorerst

Das operative Bild ist stabiler. Für 2026 peilt Gerresheimer Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro an, eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent und einen moderat positiven freien Cashflow. Die bisherige Geschäftsentwicklung liegt im Rahmen der Erwartungen.

Der Juni wird zur Nagelprobe. Erst ein testierter Abschluss zeigt, wie tief die Bilanzprobleme reichen — und ob die Gläubigereinigung mehr war als eine Atempause.

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