Der Produktionsbericht hat Glencores Aktie belastet: Gestern verzeichnete das Papier eine Tagesveränderung von -3,3%. Deutliche Rückgänge bei Kobalt und Zink sowie vorsichtigere Erwartungen innerhalb der Jahresprognosen prägen das Bild. Die gestern bestätigten Kaufempfehlungen zweier Analystenhäuser setzen dazu einen Gegenakzent, ändern aber nichts an den operativen Schwächen.
Deutliche Rückgänge bei Kobalt und Zink
Glencore meldete am Donnerstag für Januar bis September 2026 einen Rückgang der eigenen Kobaltproduktion um 52 % auf 13.700 Tonnen. Damit gehört Kobalt zu den besonders schwachen Punkten des Produktionsberichts.
Die Schwäche beschränkt sich allerdings nicht auf dieses Metall. Auch bei Zink blieb die Förderung deutlich hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Für die Einordnung des Berichts ist deshalb nicht nur der auffällige Kobaltrückgang entscheidend, sondern die Entwicklung mehrerer Produktionsbereiche.
Die Zinkproduktion erreichte in den ersten neun Monaten 547.200 Tonnen und lag damit 23 % unter dem Vorjahreswert. Einen positiven Gegenpunkt lieferte die australische Produktion thermischer und halbweicher Kohle: Sie stieg gegenüber dem Vorquartal um 11 %.
Dieser Zuwachs zeigt, dass der Bericht kein durchgehend negatives Produktionsbild zeichnet. Allerdings unterscheiden sich die Vergleichszeiträume: Die Verbesserung bei der australischen Kohle bezieht sich auf das Vorquartal, die Rückgänge bei den Metallen auf den Vorjahreszeitraum.
Jahresziele bleiben bestehen, Spielraum schrumpft
Für Kupfer bestätigte Glencore die Jahresprognose 2026 von 810.000 bis 870.000 Tonnen. Das Unternehmen erwartet die Produktion jedoch am unteren Ende dieser Spanne.
Auch bei Stahlkohle rechnet Glencore mit einem Ergebnis am unteren Ende der jeweiligen Jahresprognose. Die Zielspannen bleiben damit bestehen. Innerhalb dieser Bandbreiten fällt die Erwartung aber vorsichtiger aus – ein wichtiger Unterschied zu einer formellen Prognosesenkung.
Zugleich erwartet Glencore für 2026 weiterhin ein bereinigtes operatives Ergebnis im Marketinggeschäft von mehr als 5 Milliarden US-Dollar. Diese Ergebnisprognose steht neben den schwächeren Produktionszahlen und bildet einen weiteren Maßstab für die Beurteilung des Geschäftsjahres.
Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
Medienberichten zufolge bestätigten Berenberg und Barclays gestern jeweils ihre Kaufempfehlung. Damit stehen die positiven Anlageurteile dem schwachen Kursverlauf gegenüber. Konkrete Begründungen für diese Bestätigungen lassen sich daraus nicht ableiten.
Für Anleger bleibt die zentrale Unterscheidung: Glencore hat die Kupferprognose nicht gesenkt, erwartet aber weniger Spielraum innerhalb der bestätigten Bandbreite. Zusammen mit den Produktionsrückgängen erklärt diese vorsichtigere operative Perspektive die Belastung durch den Bericht. Die Kaufempfehlungen sind ein Gegenakzent, keine Entkräftung der gemeldeten Schwächen.
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