Der Goldpreis erholt sich leicht auf 4.361,50 US-Dollar. Ein Tagesplus von 0,70 Prozent bringt etwas Ruhe in den Handel. Auf Monatssicht steht zwar noch ein Minus von rund fünf Prozent auf der Anzeigetafel. Dennoch stützen massive Käufe der Notenbanken den Kurs.

Notenbanken greifen zu

Eine aktuelle Umfrage des World Gold Council liefert den Grund für die Stabilität. 45 Prozent von 74 befragten Zentralbanken wollen ihre Goldreserven im kommenden Jahr aufstocken. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung 2018. Lediglich eine einzige Institution plant Verkäufe.

Vor allem Schwellenländer treiben diese Entwicklung an. Mehr als die Hälfte von ihnen erwartet steigende Bestände. Die Währungshüter nutzen den jüngsten Preisrückgang offenbar als Einstiegschance. Sie schätzen das Edelmetall als langfristigen Wertspeicher in Krisenzeiten.

Gegenwind aus Nahost und Asien

Politische Entspannung bremst normalerweise den Goldpreis. Am Wochenende erzielten die USA und der Iran ein vorläufiges Abkommen. Eine 60-tägige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus stehen im Raum. Die formelle Unterzeichnung folgt am Freitag in Genf.

Parallel dazu straffen große Notenbanken ihre Geldpolitik. Die Bank of Japan hob ihren Leitzins am Dienstag auf 1,0 Prozent an. Das ist der höchste Stand seit 1995. In den USA tagt derweil die Federal Reserve unter dem neuen Chef Kevin Warsh.

Experten erwarten dort einen stabilen Leitzins von bis zu 3,75 Prozent. Erst die Pressekonferenz am Mittwoch bringt Klarheit über den weiteren Kurs. Die Folge: Der Goldkurs notiert weiterhin unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von rund 4.585 US-Dollar.

Singapur baut Infrastruktur aus

Unabhängig vom Tagesgeschäft stärkt Asien seine Handelsstrukturen. Singapur etabliert bis Ende 2026 ein neues Clearing-System für den außerbörslichen Goldhandel. Das Projekt namens „Loco Singapore“ soll den Interbanken-Handel effizienter machen. Ab Oktober bietet die dortige Zentralbank einen Verwahrservice für ausländische Währungshüter an. Großbanken wie JPMorgan sind bereits als Partner an Bord.

Der physische Markt schafft somit neue Fakten. Die massiven Kaufabsichten der Notenbanken bilden einen robusten Boden für den Preis. Hält die Unterstützung im Bereich von 4.300 US-Dollar, bleibt der Aufwärtstrend intakt. Die Fed-Pressekonferenz am Mittwochabend liefert den nächsten unmittelbaren Impuls für den Handel.