Ein starker Dollar und schwindende geopolitische Risiken setzen Gold massiv unter Druck. Das Edelmetall verzeichnete den dritten Wochenverlust in Folge. Am Freitag schloss der Kurs bei 4.172,90 US-Dollar. Die charttechnische Lage verdüstert sich zusehends.

Haupttreiber der Schwäche ist die US-Notenbank. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh schlägt die Federal Reserve falkenhafte Töne an. Der Markt preist mittlerweile eine Zinserhöhung für September ein. Das erhöht die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall drastisch.

In der neuen Handelswoche stehen entscheidende Konjunkturdaten an. Am Donnerstag veröffentlichen die USA das Bruttoinlandsprodukt. Am Freitag folgt die PCE-Kernrate. Dieses Maß gilt als bevorzugter Inflationsindikator der Fed. Fallen die Zahlen stark aus, droht dem Goldpreis weiterer Abwärtsdruck.

Nahost-Entspannung belastet

Parallel dazu verliert Gold seinen Status als sicherer Hafen. Die USA und der Iran haben am 19. Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Diese diplomatische Annäherung entspannt die Energiemärkte merklich. Die Ölpreise sinken.

Die Folge: Kurzfristige Inflationserwartungen fallen. Wenn die Straße von Hormus wieder öffnet, stabilisiert das die globalen Lieferketten. Investoren ignorieren verbleibende regionale Spannungen. Sie konzentrieren sich stattdessen voll auf die US-Zinspolitik.

Charttechnik und Zentralbanken

Auf Monatssicht hat Gold fast acht Prozent an Wert eingebüßt. Der Kurs rutschte deutlich unter den 50-Tage-Durchschnitt von rund 4.553 US-Dollar. Nun rückt die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar ins Zentrum. Fällt der Preis unter dieses Niveau, drohen weitere technische Verkäufe.

Langfristig stützen Zentralbanken den Markt. Laut dem World Gold Council planen viele Notenbanken aus Schwellenländern weitere Zukäufe. Kurzfristig dominiert allerdings der Abwärtsdruck. Hält die Unterstützung bei 4.000 US-Dollar nicht, droht ein rascher Test des jüngsten Tiefs bei 3.901 US-Dollar.