Der Goldpreis klettert zum Wochenstart wieder über die Marke von 4.400 Dollar und rückt damit an sein Juni-Hoch heran. In der Nacht auf Montag stieg der Kurs zeitweise sogar über 4.400 Dollar, konnte sich zuletzt bei 4.394 Dollar behaupten – ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Freitagsniveau. Seit dem Jahrestief von 3.943 Dollar Ende Juni hat das Edelmetall damit gut elf Prozent gewonnen.
Der Blick auf die Gesamtjahresentwicklung relativiert die Erholung allerdings. Ende Januar hatte Gold nach einer beispiellosen Rally – der Kurs hatte sich binnen gut zwei Jahren in etwa verdreifacht – ein Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar erreicht. Aktuell liegt der Preis noch rund ein Fünftel darunter.
Fed-Zinserwartungen stützen den Kurs
Der jüngste Auftrieb hat einen klaren Treiber: schwächere US-Konjunkturdaten dämpfen die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung. Laut dem CME-FedWatch-Tool rechnen Marktteilnehmer für September nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent für einen Zinsschritt – vor einem Monat lag dieser Wert noch bei 47 Prozent. Sinkende Realzinsen verbilligen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall und machen es als Anlage attraktiver.
Parallel dazu bleibt die Nachfrage der Zentralbanken ein struktureller Stützpfeiler. Die chinesische Notenbank kauft weiterhin unterhalb der 4.000-Dollar-Marke zu, während die weltweit steigende Staatsverschuldung Gold als Absicherung interessant hält. Das technische Sentiment war zuletzt auf ein sehr niedriges Niveau gefallen – ein Kontrastpunkt zur fundamentalen Robustheit des Preises, der die Marke von 4.000 Dollar trotz steigender US-Anleiherenditen von 4,45 auf 4,70 Prozent halten konnte.
Zieht der Preis Richtung 5.000 Dollar?
Für die kommenden Monate zeigen sich viele Marktbeobachter optimistisch, auch wenn eine schnelle Rückkehr über 5.000 Dollar als unwahrscheinlich gilt. Im Schnitt erwarten befragte Experten bis zum Jahresende einen Anstieg auf knapp 4.500 Dollar. Die US-Investmentbank Goldman Sachs zählt zu den Optimisten und hat ihr Dezember-Kursziel auf 4.900 Dollar gesetzt.
Ein Risikofaktor bleibt die Geopolitik – in beide Richtungen. Anhaltende Spannungen im Nahen Osten und blockierter Tankerverkehr durch die Straße von Hormus stützen tendenziell den sicheren Hafen Gold. Ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine könnte hingegen zur Freigabe russischer Devisenreserven führen und die Zentralbankkäufe abschwächen.
Entscheidend für die kurze Frist bleibt das Protokoll der Fed-Sitzung von Ende Juli, das am Mittwoch veröffentlicht wird. Es dürfte weitere Hinweise liefern, ob die eingepreisten Zinssenkungserwartungen für den Rest des Jahres Bestand haben.
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