Innerhalb weniger Stunden verlor Gold fast alle Gewinne des laufenden Jahres. Der Preis fiel auf den tiefsten Stand seit fast drei Monaten — und gleich zwei Kräfte drücken gleichzeitig nach unten.
Inflation trifft auf Zinsangst
Auslöser war der US-Inflationsbericht für Mai. Die Jahresrate kletterte auf 4,2 Prozent — der stärkste Anstieg seit drei Jahren. Die Kernrate fiel zwar minimal besser aus als erwartet, änderte aber nichts am Gesamtbild: Der Markt preist nun mit 68 Prozent Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinserhöhung im Dezember ein.
Das ist Gift für Gold. Steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des zinslosen Metalls. Der stärkere Dollar macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer. Hinzu kamen kräftige Abflüsse aus Gold-ETFs, die laut Commerzbank-Analysten den Abwärtsdruck verstärkten.
Geopolitik dreht das Muster um
Normalerweise treibt Kriegsgefahr den Goldpreis nach oben. Diesmal nicht. Nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers flogen die USA Luftangriffe auf iranische Stellungen. Der Iran antwortete mit Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte.
Die Eskalation schickte Brent-Öl auf über 93 US-Dollar pro Barrel. Anleger fürchten nun mehr die daraus folgenden Inflationsrisiken als sie auf Gold als sicheren Hafen setzen. Das Ergebnis: Der klassische Schutzreflex bleibt aus.
Kursziele fallen, RSI warnt
Die Citigroup senkte ihr Drei-Monats-Kursziel auf 4.000 US-Dollar. Als Extremszenario nennt die Bank einen möglichen Rückfall auf 3.500 US-Dollar bis September — als Haupttreiber: starker Dollar und steigende Realzinsen.
Der aktuelle Kurs liegt bei 4.143,60 US-Dollar, ein Minus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht beträgt der Verlust bereits 7,1 Prozent. Vom Rekordhoch bei 5.626,80 US-Dollar Ende Januar ist Gold damit mehr als 26 Prozent entfernt. Der RSI liegt bei 25,4 — technisch deutlich überverkauft.
Silber verlor 2,1 Prozent auf rund 64 US-Dollar, Platin fiel um 3,1 Prozent auf 1.673,97 US-Dollar. Das 52-Wochen-Tief bei 3.901,30 US-Dollar rückt damit wieder ins Blickfeld — noch rund 6 Prozent entfernt.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 10. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

