Ein starker US-Arbeitsmarktbericht hat dem Goldpreis heute einen deutlichen Dämpfer versetzt. Die Feinunze fiel auf rund 4.352 Dollar — ein Tagesverlust von gut 122 Dollar gegenüber dem Vortag.
Warum der Arbeitsmarkt Gold belastet
Der Mai-Beschäftigungsausweis überraschte die Märkte positiv: Die Stellenzahl stieg deutlich stärker als erwartet. Das löste eine klassische Kettenreaktion aus. Ein robuster Arbeitsmarkt nährt die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed weniger Spielraum für Zinssenkungen hat — oder im schlimmsten Fall sogar wieder anheben könnte. An den Märkten wird mehrheitlich mit einem weiteren Schritt um 0,25 Prozentpunkte bis Jahresende gerechnet.
Für Gold ist das ein ungünstiges Umfeld. Das zinslose Edelmetall verliert an Attraktivität, wenn Staatsanleihen mehr abwerfen. Der gleichzeitig erstarkte Dollar verstärkt den Druck zusätzlich, da Gold in Dollar notiert.
Nicht alle Beobachter teilen die Aufregung. Die Dekabank etwa bewertet die Marktreaktion als übertrieben: Aus den Daten lasse sich kein unmittelbarer Preisdruck ableiten, dem die Fed geldpolitisch begegnen müsste.
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Geopolitik als Gegengewicht
Trotz des Rücksetzers bleibt das Umfeld für Gold nicht eindeutig bärisch. Der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie erhöhte Ölpreise stützen die Nachfrage nach sicheren Häfen. Eine diplomatische Einigung ist derzeit nicht absehbar — das bleibt ein Faktor, der Gold grundsätzlich unterstützt.
Technisch zeigt das Bild allerdings wenig Erholung: Sowohl der RSI als auch der MACD befinden sich im negativen Bereich, was auf weiteren Verkaufsdruck hindeuten kann.
Die entscheidende Frage für die kommenden Wochen lautet, ob die Fed-Erwartungen nach oben korrigiert werden oder wieder zurückrudern — denn genau daran wird sich orientieren, ob Gold die Marke von 4.400 Dollar zurückerobert oder weiter unter Druck bleibt.
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