Der Goldmarkt zeigt sich aktuell noch immer nicht ganz erholt. Das Edelmetall konnte allerdings sowohl am Donnerstag wie auch heute etwas Gas geben. 1,1 % waren es gestern, nun sind es zumindest 0,7 % Aufschlag für den Goldpreis. 4.527 Dollar misst das mystische Asset aktuell und ist damit dennoch einige Dollar von der 200-Tage-Linie entfernt. Richtig geht es noch nicht voran.

Entscheidend wird am Ende auch die Zinspolitik der Fed sein, die ggf. den Dollar etwas gegen die Inflationssorgen stützen wird. Dennoch ist der Goldpreis spürbar entfernt von den zuvor diskutierten Höchstständen jenseits der 5.000-Dollar-Marke.

Gold: Trend ist gut, aber nicht kurzfristig

Obwohl Gold auf längere Sicht weiterhin als Teil eines übergeordneten Aufwärtstrends betrachtet wird, hat sich die Entwicklung in diesem Jahr deutlich abgeschwächt. Die zwischenzeitlich sehr starke Rallye ist zum Stillstand gekommen, und seit Jahresbeginn ergibt sich unter dem Strich kaum noch eine positive Entwicklung.

Für die weitere Richtung bleibt das Marktbild uneinheitlich. Fundamentale Daten liefern derzeit nur begrenzt klare Signale, sodass vor allem das Verhalten großer Marktteilnehmer im Fokus steht. Dabei wird unter anderem auf Importbewegungen, etwa aus China über Hongkong, verwiesen, die gelegentlich als Hinweis auf eine anziehende physische Nachfrage interpretiert werden.

Gleichzeitig herrscht im aktuellen Umfeld eher der US-Dollar als klassische Ausweichwährung in unsicheren Phasen, insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. In solchen Situationen greifen sowohl institutionelle Investoren als auch Staaten häufig verstärkt auf liquide Papierwährungen zurück.

Insgesamt hat sich damit auch die zuvor verbreitete Erwartung relativiert, Gold könne in einem solchen Konfliktumfeld automatisch profitieren. Diese Annahme hat zuletzt deutlich an Überzeugungskraft verloren. Gold hat sich aus reiner Trendsicht etwas in der aktuellen Range eingegraben. Vielleicht ist es damit aber auch zu günstig!?