Nach einem Wochengewinn von rund sieben Prozent tritt der Goldpreis zum Wochenstart erst einmal auf der Stelle. Das Edelmetall hält sich in der Nähe seines Sieben-Wochen-Hochs, während ein fester Dollar durch die Spannungen im Nahen Osten den weiteren Anstieg vorerst bremst. Am Montagmorgen notierte Spot-Gold bei 4.336,43 Dollar je Feinunze und damit weiterhin klar über der psychologisch wichtigen Marke von 4.300 Dollar.

Fed-Wette entscheidet über die nächste Richtung

Der eigentliche Treiber der jüngsten Rally liegt im US-Arbeitsmarkt. Die am Freitag veröffentlichten Zahlen zeigten einen unerwarteten Stellenrückgang im Juli, zudem wurde der zuvor gemeldete Beschäftigungszuwachs deutlich nach unten korrigiert. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinsanhebung der US-Notenbank im September rutschte daraufhin von rund 67 Prozent auf nur noch etwa 44 Prozent.

Diese Woche richtet sich der Blick auf die US-Inflationsdaten: Am Mittwoch stehen die Verbraucherpreise an, am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise. Schwächere Werte dürften die Erwartung einer lockereren Fed-Politik weiter festigen und damit Gold als zinslosen Vermögenswert stützen. Parallel dazu hält die Lage im Nahen Osten die Nervosität hoch — Iran verhandelt derzeit mit Oman über neue Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus, wartet aber noch auf Zugeständnisse aus Washington, bevor die strategisch wichtige Wasserstraße wieder vollständig geöffnet werden könnte.

Zentralbanken bleiben Käufer

Neben der Zinsdebatte bleibt die Nachfrage der Notenbanken ein tragendes Element des Goldmarktes. Der World Gold Council registrierte im zweiten Quartal erneut kräftige Käufe. China stockte seine Reserven um weitere 33 Tonnen auf, die Gesamtbestände der chinesischen Zentralbank liegen inzwischen bei 2.346 Tonnen. Auch Südkorea verstärkt sein Engagement: Die Bank of Korea kauft mittlerweile über Gold-ETFs zu und bereitet damit eine strategische Neuausrichtung ihrer Reserven vor.

Am 5. August sorgte ein Tagesanstieg von rund 4,5 Prozent für Aufsehen und nährte Spekulationen, ob damit die monatelange Konsolidierungsphase endgültig beendet ist. Die Rohstoffexperten der Dekabank sehen ein Preisniveau von etwas über 4.000 Dollar inzwischen als attraktiven Einstiegspunkt und rechnen für die kommenden sechs Monate mit einem Anstieg auf bis zu 4.350 Dollar. Goldman Sachs geht deutlich weiter und sieht den Goldpreis bis Dezember bei 4.900 Dollar je Feinunze.

Für die kommende Preisbewegung dürften die Inflationsdaten am Mittwoch und Donnerstag den nächsten Impuls liefern. Fallen die Werte schwächer aus als erwartet, wächst der Spielraum für eine expansivere Fed-Politik — und damit auch für die ambitionierten Kursziele der Analysten.