Gold legt nach vier schwachen Wochen wieder zu. Ausgerechnet jetzt senkt JPMorgan sein Kursziel für das gelbe Metall deutlich. Die Bank sieht die Nachfrage der Zentralbanken schwächer als bisher erwartet.
Schwache US-Jobdaten drücken Zinssorgen
Die US-Arbeitsmarktdaten für Juni enttäuschten deutlich. Nur 57.000 neue Stellen entstanden außerhalb der Landwirtschaft, erwartet waren 110.000. Die Zahlen für Mai wurden zudem auf 129.000 nach unten korrigiert.
Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,2 Prozent stabil. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im Juli fiel daraufhin unter 20 Prozent. Gold reagiert als unverzinstes Asset besonders sensibel auf solche Signale.
Der US-Dollar-Index gab im Wochenvergleich rund 0,5 Prozent nach. Das macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger. Beide Effekte trieben den Kurs in den vergangenen Tagen an.
JPMorgan wird deutlich vorsichtiger
JPMorgan senkt seine Prognose für das vierte Quartal 2026 um ein Viertel. Statt bisher 6.000 US-Dollar erwartet die Bank nun einen Durchschnittspreis von 4.500 US-Dollar je Unze.
Als Grund nennt das Institut eine schwächere Nachfrage von Zentralbanken und institutionellen Anlegern.
Für das dritte Quartal 2026 rechnet JPMorgan mit 4.300 US-Dollar. Damit bleibt die Bank vorsichtiger als die Konkurrenz.
Goldman Sachs sieht 4.900 US-Dollar, UBS und Morgan Stanley jeweils 5.200 US-Dollar. Langfristig bleiben auch die JPMorgan-Analysten für 2027 optimistisch, gestützt durch die physische Nachfrage.
Geopolitik und Technik als Preistreiber
Neben den Konjunkturdaten stützen geopolitische Risiken den Goldpreis. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran wachsen. Berichte über mögliche Drohungen gegen die Straße von Hormuz verstärkten die Nachfrage nach dem sicheren Hafen.
Hinzu kommt ein technisches Signal. Der Kurs war im Wochenverlauf zeitweise unter 4.000 US-Dollar gerutscht. Anschließend deuteten Indikatoren auf einen überverkauften Zustand hin – eine klassische Basis für die Gegenbewegung.
Zum Wochenschluss notierte Gold bei 4.187,30 US-Dollar, ein Plus von 1,23 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,04 Prozent zu Buche.
Blick auf die kommende Woche
Charttechnisch rückt nun die Marke von 4.200 US-Dollar als nächster Widerstand in den Fokus. Danach folgt die Marke von 4.300 US-Dollar.
Auf der Unterseite gilt der Bereich um 4.100 US-Dollar als Unterstützung. Auch die runde Marke von 4.000 US-Dollar bietet Halt.
Die US-Geldpolitik bleibt der zentrale Taktgeber für die kommenden Wochen. Weitere schwache Konjunkturdaten könnten die Erholung stabilisieren.
Ab dem 6. Juli startet zudem ein neues Angebot für den 24/7-Handel mit Gold-CFDs. Das dürfte die Volatilität außerhalb der regulären Handelszeiten erhöhen.
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