Gold kämpft sich zurück – langsam und mit Gegenwind. Nach dem massiven Ausverkauf im Juli hält sich der Preis knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar. Ein schwächerer Dollar und fallende Anleiherenditen geben dem Edelmetall Rückenwind. Die US-Notenbank Fed bremst die Erholung jedoch merklich.

Dollar und Renditen stützen die Erholung

Der US-Dollar-Index fiel am Montag auf 99,79 Punkte. Das macht Gold für Investoren außerhalb des Dollarraums günstiger. Parallel dazu sank die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,687 Prozent. Gold zahlt keine Zinsen. Sinkende Anleiherenditen senken die Opportunitätskosten und stützen die Nachfrage.

Diese Entwicklung folgt auf eine Phase heftiger Schwankungen. Im Juli sorgte die Eskalation in der Straße von Hormus für Unruhe. Die Sorge vor steigenden Ölpreisen und höherer Inflation belastete Gold zusätzlich. Am 13. Juli markierte das Edelmetall bei 3.983,23 US-Dollar ein vorläufiges Tief. Seither hält sich der Preis über der 4.000-Dollar-Marke.

Am Montag schloss der Kurs bei 4.092,10 US-Dollar, ein minimales Minus von 0,16 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,57 Prozent zu Buche.

Korrektur nach dem Rekordjahr

Ende Januar 2026 markierte Gold ein Rekordhoch von 5.626,80 US-Dollar je Feinunze. Bis Mitte Juli korrigierte der Preis kräftig. Aktuell liegt der Kurs rund 27 Prozent unter diesem Hoch.

Marktbeobachter werten den Rücksetzer als gesunde Korrektur nach einer außergewöhnlichen Rallye. Seit 2024 trieben geopolitische Risiken und hohe Staatsschulden den Preis an. Die langfristigen Treiber bleiben nach Einschätzung von Analysten intakt. Vor allem die strukturelle Nachfrage der Notenbanken wirkt als Puffer gegen tiefere Rückschläge.

China: Notenbank kauft, Konsumenten zögern

In China zeigt sich eine klare Spaltung des Marktes. Die chinesische Zentralbank PBoC kaufte im Juni bereits den 20. Monat in Folge Gold. Die offiziellen Reserven stiegen damit auf 2.346 Tonnen.

Bei privaten Käufern sieht das Bild anders aus. Die Nachfrage nach Schmuck fiel auf ein Zehnjahrestief. Hohe Preise zu Jahresbeginn und vorsichtige Händler bremsen den Konsum.

Fed bremst das Aufwärtspotenzial

Die US-Notenbank hält den Leitzins seit ihrer Sitzung Ende Juli stabil in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Fed-Chef Kevin Warsh betonte die Entschlossenheit, die Inflation auf das Zwei-Prozent-Ziel zu drücken.

Der Markt hofft auf erste Zinssenkungen im vierten Quartal 2026. Die interne Stimmung bei der Fed deutet jedoch auf ein „Higher for longer“-Szenario hin. Drei regionale Notenbankpräsidenten sprachen sich zuletzt sogar für weitere Zinserhöhungen aus. Das hält den Gegenwind für das unverzinste Edelmetall aufrecht.

Die kommenden US-Konjunkturdaten dürften entscheiden, ob die 4.000-Dollar-Marke als Boden hält. Schwächere Daten könnten der Fed Spielraum für frühere Zinssenkungen geben. Bleibt die Inflation hartnäckig, dürfte der Gegenwind für Gold bestehen bleiben.