Der Goldpreis fällt am Mittwoch zeitweise unter die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Im zweiten Quartal 2026 verliert das Edelmetall rund 14 Prozent. Das ist das schwächste Quartal seit 2013. Ein starker Dollar und eine restriktive Fed setzen den Kurs unter Druck.
Schwache Jobdaten bremsen den Ausverkauf
Am Morgen rutscht der Kurs auf ein 7-Monats-Tief bei 3.942,99 Dollar. Im weiteren Handelsverlauf drehen schwache US-Arbeitsmarktdaten die Stimmung. Der ADP-Bericht meldet für Juni nur 98.000 neue Stellen. Analysten hatten mit 105.000 bis 118.000 Stellen gerechnet.
Die enttäuschenden Zahlen dämpfen die Zinserwartungen kurzfristig. Gold klettert daraufhin zurück über die 4.000-Dollar-Marke. Aktuell notiert die Feinunze bei 4.101,60 Dollar, ein Plus von 1,98 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Plus von 2,13 Prozent zu Buche.
Auf Monatssicht bleibt dagegen ein Minus von 9,15 Prozent. Trotz der Erholung bleibt der Verkaufsdruck hoch. Marktteilnehmer taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September weiterhin auf rund 67 Prozent.
Starker Dollar und steigende Renditen belasten
Der Dollar-Index steht bei 101,35 Punkten. Das macht Gold für Käufer außerhalb der USA teurer. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen steigt auf 4,46 Prozent. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall.
Technisch verschärft sich das Bild zusätzlich. Der Kurs fällt unter den gleitenden 300-Tage-Durchschnitt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt aktuell bei 4.438,24 Dollar, der 100-Tage-Durchschnitt bei 4.664,88 Dollar. Analysten sprechen zudem von einem „Death Cross“: Die 50-Tage-Linie ist unter die 200-Tage-Linie gefallen. Das gilt oft als bärisches Signal.
Der Relative-Stärke-Index liegt bei 40,1 Punkten – nahe der überverkauften Zone, aber noch keine Entwarnung. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 5,53 Prozent zu Buche. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 26,96 Prozent annualisiert, ein Zeichen für die aktuelle Nervosität am Markt.
Analysten sehen Erholung im dritten Quartal
Die Deutsche Bank hebt ihre Prognose für das dritte Quartal 2026 auf 4.300 Dollar an. Der World Gold Council rechnet für die zweite Jahreshälfte mit einer Spanne um 4.100 Dollar.
Zentralbanken bauen Reserven weiter aus
Der Kursrutsch trübt die langfristige Nachfrage kaum. Ein aktueller Bericht der Organisation OMFIF zeigt anhaltend hohes Interesse institutioneller Anleger.
In der Umfrage geben 82 Prozent von 74 befragten Zentralbanken an, physisches Gold zu halten. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 71 Prozent. Die Institute verwalten zusammen ein Vermögen von über 10 Billionen Dollar.
Rund 30 Prozent der Notenbanken wollen ihre Goldbestände in den kommenden ein bis zwei Jahren weiter aufstocken. Hauptgrund ist für 51 Prozent die Absicherung gegen geopolitische Risiken, besonders mit Blick auf den Nahen Osten.
Langfristig zeigen sich die Notenbanken zuversichtlich. 61 Prozent erwarten einen Goldpreis zwischen 5.000 und 6.000 Dollar binnen zwölf Monaten.
Angebot bleibt knapp
Während die Nachfrage der Notenbanken stabil bleibt, verschärfen sich die Probleme beim Angebot. Daten von S&P Global zeigen: Die Explorationsbudgets steigen, doch der Anteil neuer Frühphasen-Projekte fällt auf ein Rekordtief.
Große Produzenten wie Barrick und Newmont konzentrieren sich auf die Erweiterung bestehender Minen. Bevorzugtes Ziel bleibt Nevada, statt neue Lagerstätten zu erschließen.
In diesem Umfeld stabilisieren sich einzelne Minenwerte trotz des fallenden Goldpreises. Unternehmen mit hohen Ressourcen und niedrigen Produktionskosten in Nevada halten ihre Bewertung im Bereich von 0,30 bis 0,40 kanadischen Dollar. Spekulativere Anlagen wie Bitcoin korrigierten im selben Zeitraum deutlich stärker.
Die nächste Wegmarke ist die Fed-Sitzung im September. Dort entscheidet die Notenbank über die nächsten Zinsschritte. Hält der Dollar seine Stärke, dürfte der Druck auf Gold bestehen bleiben.
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