Ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran rüttelt die Märkte auf. Die Aussicht auf Entspannung im Nahen Osten schickte den Goldpreis am Montag auf ein Wochenhoch. Das Edelmetall durchbrach dabei die Marke von 4.300 US-Dollar.

Ölpreis stürzt, Dollar schwächelt

Der Rahmenplan zur Konfliktbeilegung hat direkte Folgen für den globalen Handel. Die geplante Wiederöffnung der Straße von Hormus drückt die Energiepreise massiv. Die Rohölsorten Brent und WTI fielen um mehr als vier Prozent. Sie erreichten damit ihre tiefsten Stände seit März.

Parallel dazu rutschte der US-Dollar auf ein 10-Tage-Tief. Ein schwacher Greenback macht Gold für internationale Käufer attraktiver. Die Folge: Der Spotpreis kletterte um über zwei Prozent. In der Spitze kostete eine Feinunze rund 4.344 US-Dollar.

Inflationssorgen schwinden

Fallende Energiekosten dämpfen die weltweite Inflation. Das beeinflusst die Zinspolitik der US-Notenbank Fed direkt. Ohne starken Preisdruck sinkt die Notwendigkeit für weitere Zinserhöhungen. Gold wirft selbst keine Zinsen ab und profitiert enorm von diesem Szenario.

Der Markt preist diese Entwicklung bereits ein. Vor dem Abkommen lag die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Dezember bei 69 Prozent. Nun taxieren Händler diese Chance nur noch auf rund 50 Prozent.

Warsh vor erster Bewährungsprobe

Am Dienstag und Mittwoch trifft sich der Offenmarktausschuss der Fed. Es ist die erste Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Marktbeobachter erwarten keine sofortige Leitzinsänderung. Sie erhoffen sich aber klare Signale zum Umgang mit der neuen geopolitischen Lage.

Bis dahin bleibt das technische Bild gemischt. Gold notiert trotz der Rally unter wichtigen Durchschnittslinien. Andere Edelmetalle ziehen indes mit. Silber, Platin und Palladium verbuchten am Montag Zuwächse von jeweils über drei Prozent.