Der Goldpreis setzt seine Erholung fort. Am Donnerstagmorgen notiert die Feinunze bei 4.611,85 US-Dollar und liegt damit 0,3 Prozent über dem Schlusskurs vom Mittwoch. Damit bleibt der Trend der vergangenen Wochen intakt: Seit dem Absturz unter die 4.000-Dollar-Marke im Juli hat sich Gold spürbar erholt.

Schuldensorgen und schwacher Dollar treiben den Preis

Als zentraler Treiber gilt weiterhin die Sorge über die Entwicklung der US-Staatsschulden. Die Ankündigung von Anleiherückkäufen durch das US-Finanzministerium hat den Dollar geschwächt und Gold damit für Investoren aus anderen Währungsräumen attraktiver gemacht. Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht verwies bereits vor rund einer Woche auf genau diese Kombination aus Schuldensorgen und Dollarschwäche als Preistreiber.

Reuters hatte Ende vergangener Woche gemeldet, dass Gold erstmals seit Mitte Mai über die Marke von 4.600 US-Dollar gestiegen sei und damit auf Kurs zum dritten Wochengewinn in Folge lag. Zuvor hatte sich der Preis von 4.516,19 US-Dollar über 4.417,24 US-Dollar bis auf besagte Marke vorgearbeitet – ein Anstieg, der von sinkenden Realrenditen und nachlassenden Erwartungen an weitere Fed-Zinsschritte begleitet wurde.

Zentralbanken und Importe stützen die physische Nachfrage

Neben den Makro-Faktoren liefert auch die physische Nachfrageseite Unterstützung. China treibt laut S&P den Ausbau seiner Goldreserven weiter voran – ein direkter Effekt über Zentralbankkäufe. Parallel dazu sind die chinesischen Netto-Goldimporte über Hongkong im Juli gegenüber dem Vormonat um 11 Prozent gestiegen, was auf eine robuste physische Nachfrage im wichtigsten Verbrauchermarkt hindeutet.

Auf der Angebotsseite kommt zusätzlicher Druck aus Westafrika: Ghana untersagt ab dem 1. September Exporte von unraffiniertem, handwerklich gefördertem Gold-Doré. Ein Schritt, der das globale Angebot an Rohgold verknappen könnte, während die Nachfrage aus Zentralbanken und Anlegern hoch bleibt.

Rally mit Unterbrechungen, aber intaktem Trend

Der Weg nach oben verlief nicht geradlinig. Zwischenzeitlich rutschte der Preis nach der Rally wegen Gewinnmitnahmen zurück, bevor sich der Markt vor den jüngsten US-Inflationsdaten stabilisierte. Diese Schwankungen ändern jedoch wenig am übergeordneten Bild: Gold bewegt sich klar im Aufwärtstrend, seit die Talsohle im Sommer durchschritten wurde.

Für die kommenden Wochen bleibt die Zinspolitik der US-Notenbank der wichtigste Impulsgeber. Sollten sich die Erwartungen auf weiter sinkende Realrenditen bestätigen, dürfte das den bereits erkennbaren Charakter von Gold als sicherer Hafen weiter stärken – ein Muster, das Reuters bereits im August beschrieben hatte, als der Preis binnen eines Monats um rund 9 Prozent zulegte.